Die Umwelt schützen!. Über unsere Verantwortung gegenüber der Schöpfung und Umweltschutz als universelles Thema.

Von Stephan Turnovszky. Erstellt am 14. Oktober 2020 (05:33)

Ist Umweltschutz überhaupt ein Thema für Christen? Oder nur für die Politik? Oh ja, es ist ein Thema, und wie! Jedoch spreche ich lieber von Schöpfungsverantwortung als von Umweltschutz. Gott hat die Welt geschaffen, und wir Menschen haben einen Auftrag für sie: Wir sollen nicht Ausbeuter sein, sondern Hüter und Pfleger. Und das mit der ganz besonderen Verantwortung für Menschen, die woanders leben als wir oder nach uns leben werden.

Aus diesem Grund ist für mich Umweltschutz eine Form der Nächstenliebe! Ich möchte ja auch anderen Menschen einen guten Lebensraum hinterlassen. Für mich als Christ gibt es daher kein Entweder-oder zwischen Lebens- und Umweltschutz. Ich bin natürlich für beides! Ich marschiere mit beim Marsch fürs Leben, genauso wie bei Fridays for Future, weil es mir um die Menschen geht, vor allem um die schwachen: um die Ungeborenen, die Sterbenden, die nächsten Generationen, die sich kein Gehör verschaffen können, und die Armen (Stichwort Migranten).

Ich kann nicht verstehen, warum sich politische Parteien nur für diese oder jene starkmachen und nicht für alle. Papst Franziskus wird nicht müde, die große Perspektive einzumahnen. Er hat das mit seiner Enzyklika Laudato si‘ über die Schöpfungsverantwortung (2015) getan sowie jüngst mit seiner neuen Enzyklika Fratelli tutti über die Geschwisterlichkeit aller(!) Menschen.

Was kann also jede/jeder Einzelne aus Schöpfungsverantwortung tun?

1. Selbst vorbildlich leben. Dazu gehören zum Beispiel Mülltrennen, Energiesparen, Bahnfahren und Müllvermeidung (vor allem nichts achtlos auf die Erde werfen).

2. Engagement im eigenen Wirkungsbereich. Das kann zum Beispiel die Pfarre sein: Gibt es einen Beauftragten für die Schöpfungsverantwortung? Wie sieht die Energiebilanz der Pfarre aus? Werden Feste umweltfreundlich veranstaltet?

3. Einsatz im politischen Bereich: Zum Beispiel dem Bürgermeister schreiben, um bessere Bahnverbindungen statt noch mehr Asphaltstraßen zu bekommen.

Ja, Umweltschutz ist ein Thema für Christinnen und Christen, weil uns die Welt und die Menschen auf ihr nicht egal sind!