Niederösterreich

Erstellt am 04. Dezember 2018, 02:20

von Thomas Jorda

Die Unzufriedenheit mit der Schulmedizin.

Kaum zu glauben, welche Aggressionen diese harmlos wirkenden Kügelchen hervorrufen. Die vielfältige Welt der homöopathischen Globuli ist nicht wertfrei zu diskutieren, sondern längst zur Glaubensfrage geworden. Für die einen sind sie Lebensretter, für die anderen ist deren Verwendung grenzenlos dumm.

Nun soll niemand die Freude daran genommen werden, dafür oder dagegen zu sein. Aber ganz so einfach ist es nicht, wie es sich aktuell die Medizinische Universität in Wien macht – und einfach das Wahlfach „Homöopathie“ aus dem Lehrplan streicht. Angeblich deshalb, weil man dort zu wenig kritisch war. Was sein mag. Aber das falsche Argument ist.

Hinter dem Bedürfnis nach homöopathischer Heilung steckt mehr, viel mehr. Es ist Ausdruck der Unzufriedenheit vieler Menschen mit der so genannten Schulmedizin. Denn die stößt immer mehr an zeitliche und finanzielle Grenzen und kann allzu oft denen nicht helfen, die besonders Hilfe benötigen.

Das lässt Patienten in der Not zu – wie heißt es so schön? – komplementären Methoden und Mitteln greifen. Und die helfen manches Mal, auch wenn man’s selten beweisen kann. Daher: Wer Homöopathie ins Schmuddeleck stellt, hat die besten Argumente auf seiner Seite. Aber tut den Menschen nichts Gutes.