Dietharts Suche nach der Leichtigkeit. Bernhard Schiesser über den durchwachsenen Saisonauftakt von Niederösterreichs Skisprungstar. Skispringen ist eine schwer zu durchschauende Sportart. Freilich, sie gehorcht physikalischen Gesetzen.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 01. Dezember 2014 (10:04)

Skispringen ist eine schwer zu durchschauende Sportart. Freilich, sie gehorcht physikalischen Gesetzen. Leicht fliegt gut – ein Stehsatz, der im Springerzirkus durchaus Richtigkeit hat. Thomas Diethart scheint derzeit mit Betonschuhen unterwegs zu sein. Bei den ersten drei Weltcupbewerben verpasste der Überflieger der vergangenen Saison jeweils den zweiten Durchgang.

Der Michelhausener ahnte vor kurzem im NÖN-Interview, dass seine zweite Saison in der Eliteklasse schwer werden würde. Ein Satz von Diethart erklärt viel. Er meinte, dass seine perfekt anmutenden Sprünge während der Vierschanzen-Tournee gar nicht so perfekt gewesen wären. Er flog vor knapp elf Monaten trotzdem allen um die Ohren. Skispringen ist hauptsächlich Kopfsache.

Derzeit spielt Diethart sein Kopf einen Streich. Gedankenschwer setzt er viel zu früh zur Landung an. Jetzt ist auch Trainer Heinz Kuttin gefragt, dem 22-Jährigen jenes Vertrauen zu geben, das einige überflüssige Gramm Gewicht im Kopf verschwinden lässt. Denn leicht fliegt bekanntlich besser.