Ein Samenkorn der Sehnsucht. Abt Columban Luser OSB (Stift Göttweig) über das Treffen des Papstes mit israelischem und palästinensischem Staatschef.

Von Columban Luser. Erstellt am 21. Juni 2014 (09:01)
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Das Pfingstfest hat es in sich gehabt. Da hat es ein echt pfingstliches Treffen gegeben, das mit großer Spannung von der Weltöffentlichkeit verfolgt worden ist – ein Treffen der spirituellen Art, und doch alles andere als unpolitisch. Mit einer großen Geste.

Papst Franziskus hat gemeinsam mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und dem israelischen Staatschef Shimon Peres in den Gärten des Vatikans in Rom für den Frieden im Nahen Osten gebetet. Mit dabei war auch das orthodoxe Oberhaupt Patriarch Bartholomaios.

„Ich hoffe, dass diese Begegnung der Beginn eines neuen Weges auf der Suche nach dem sei, was eint, und um das zu überwinden, was trennt“, sagte der Papst Franziskus. Weiters meinte er, dieses Treffen sei eine Begegnung, „die dem brennenden Wunsch all derer entspricht, die sich nach dem Frieden sehnen … Für einen Friedensschluss braucht man Mut, viel mehr als zum Kriegführen. Es braucht Mut, um Ja zur Begegnung zu sagen und Nein zum Konflikt.“

Abbas bat Allah um einen „globalen und gerechten Frieden für unser Land und unsere Region … Wir wollen den Frieden für uns und unsere Nachbarn.“

Peres rief zu einem „Frieden unter Gleichen“ auf. „Es liegt in unserer Macht, unseren Kindern den Frieden zu bringen. Es ist unsere Pflicht, unsere heilige Mission der Eltern.“

Das Treffen in Rom versteht der Papst jedoch ausdrücklich nicht als Versuch, in dem Konflikt zu vermitteln. Aus dem Vatikan hieß es, das gemeinsame Gebet werde in Nahost keinen Frieden über Nacht bringen, es sei aber „ein sehr wichtiger Anfang“. Es steht zu hoffen, dass es ein Samenkorn der Sehnsucht nach dauerhaftem Frieden ist.