Ein Warnsystem, das Verwirrung schafft. Über die neue Schaltung der Corona-Ampel, die nun nur noch symbolischen Charakter hat.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 16. September 2020 (05:20)

Überraschend ist die Corona-Ampel am Montag-Abend umgesprungen. Statt den einzigen „gelben“ Fleckerln auf der sonst so „grünen“ Landkarte – Wiener-Neustadt-Stadt und der Bezirk Korneuburg – sind nun zahlreiche Stellen NÖs gelb. In zwei Bezirken wurde die Stufe für das „mittlere Risiko“ gleich übersprungen: Neunkirchen und Mödling blinken orange. Das heißt: „Hohes Risiko“.

Die Corona-Kommission hat damit einen Schritt gesetzt, über den am Wochenende schon viel diskutiert wurde. Nach den allgemeinen Verschärfungen mit neuer Maskenpflicht, strengeren Regeln für Gastro und Veranstaltungen, war nicht nachvollziehbar, warum die Ampel „grün“ blinkt – signalisiert das doch automatisch, dass alles in Ordnung ist.

Dass das Warnsystem nun nicht mehr im Widerspruch zu den verschärften Maßnahmen und warnenden Worten vieler Politiker steht, schafft ein Stück mehr Klarheit. Beseitigt ist das Chaos rund um die Ampel, die eigentlich Übersichtlichkeit schaffen sollte, aber nicht: Die zuerst zu den Farben präsentierten Handlungsableitungen gelten nun doch nicht mehr. Die Ampel hat nur noch symbolischen Charakter. Offen bleibt die Frage, wie sehr dieses – eigentlich wichtige – Symbol nach all dem Hin und Her noch ernstgenommen wird.