Eine Leistungsdelle der beruhigenden Art. Bernhard Schiesser über die St. Pöltner Leichtathletin Beate Schrott.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 16. Juni 2014 (11:39)

Beate Schrott tauchte für die breite Sportöffentlichkeit vor zwei Jahren aus dem Nichts im Rampenlicht auf. Bei den Olympischen Spielen in London qualifizierte sich die St. Pöltnerin über die 100-Meter-Hürden fürs Finale. Eine grandiose Leistung, zumal Europäerinnen in Sprintbewerben im Speziellen, Österreicherinnen in der Leichtathletik im Allgemeinen als Exotinnen gelten.

Seither stoppten viele kleinere Verletzungen Schrotts Senkrechtstart. Auch das Liese-Prokop-Memorial-Meeting am Samstag im St. Pöltner Sportzentrum musste die Lokalmatadorin absagen. Selbst fit kommt die St. Pöltnerin derzeit nicht an ihre Zeiten von vor zwei Jahren heran. Der gemeine Sportfan im Allgemeinen, der österreichische im Speziellen beginnt zu murren. Dabei sollten gerade wir in Österreich hellhörig werden, wenn bei Sportlern die Leistungskurve nur steil nach oben zeigt. Die Erinnerungen an die zweifelhaften Auftritte von Radprofi Bernhard Kohl und Langläufer Johannes Dürr sind noch nicht verblasst. Irgendwie beruhigend, dass Schrott nicht alles in Grund und Boden läuft.