Entbehrliches Boxen. Über den langen, blutigen Kampf zwischen Fußballergewerkschaft und ÖFB.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 01. Juli 2020 (02:26)

In der einen Ecke: die Fußballergewerkschaft VdF. In der anderen Ecke: der ÖFB mit seinen Landesverbänden. Gong! Die nächste Runde im Kampf um Recht und Ordnung im Unterhausfußball wurde soeben beendet.

Der NÖFV hätte laut Gerichtsurteil einen seiner Trainer nicht mit Aufwandsentschädigung entlohnen dürfen, sondern mit einem Vertrag ausstatten müssen. Diese Runde ging wohl punktemäßig an die Gewerkschaft.

Sei‘s drum! Gewinnen kann sie diesen Fight nicht. Weil es hier gar keinen Gewinner geben kann. Denn, dass der Fußball k. o. geht, kann ja die Gewerkschaft nicht ernsthaft im Sinn haben…

Nicht falsch verstehen, es ist in der DNA einer Gewerkschaft verankert, kratzbürstig zu sein. Das Ziel von Basis und Dachorganisation, hier Vdf und ÖFB, sollte aber gleich sein. Es kann nur darum gehen, den Unterhauskick auf rechtlich solide Beine zu stellen und für Chancengleichheit zu sorgen.

Um das Podium des Sonntagsredners gleich wieder zu verlassen: Das heißt konkret, die mitunter unklaren Regelungen müssen gemeinsam für Vereine und Spieler transparent gemacht werden. Diese Regeln müssen bei Verstößen – und die gibt es einstweilen noch zuhauf – sanktioniert werden. Und zwar endlich auch sportpolitisch: Die Vereine mit Punkteabzügen bzw. Zwangsabstiegen – eine klare Forderung der Gewerkschaft. Die Spieler mit persönlichen Sperren – da soll sich die Gewerkschaft eher sperren.

Die Lösung wäre also ein tragfähiger Kompromiss. Der setzt Gespräche auf Augenhöhe und eine Vertrauensbasis voraus. Die gibt es nach wie vor nicht. Und der Fußball torkelt weiter blutig geschlagen durch den Ring.