Erster Anzug passt. Über die Kaderzusammenstellung beim SKN St. Pölten.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 25. November 2020 (04:48)

Zumindest ebenso interessant wie das Treiben auf dem grünen Rasen war nach dem 1:1 zwischen der Austria und St. Pölten die Analyse in den Katakomben der Generali-Arena. Veilchen-Trainer Peter Stöger ist ein kommunikatives Ass. Er beherrscht den Umgang mit den Medien wie kaum ein anderer in Österreich. Die latente Diskrepanz zwischen Anspruchsdenken und tatsächlicher Leistungsfähigkeit seiner Schützlinge vermochte aber auch er nicht zu erklären.

Zur Klarstellung: Die Austria budgetiert in der Saison 2020/21 trotz Einsparungen immer noch mit 25 Millionen Euro. St. Pölten hat knapp ein Drittel davon zur Verfügung. Auf dem Spielfeld merkte man nichts davon. Der SKN war dem Sieg deutlich näher als die Austria. Und das war keinesfalls irgendwelchen einmaligen Umständen geschuldet, sondern weil die Wölfe über weite Strecken einfach besser waren.

„Gut, was St. Pölten da auf die Beine gestellt hat“, lobte selbst Stöger. Recht hat er. Die Kaderzusammenstellung, die federführend Sportdirektor Georg Zellhofer orchestrierte, ist sauber. Zumindest auf den ersten Blick.

So stabil der SKN nämlich wirkt, so fragil könnte es werden, wenn einige Leistungsträger ausfallen oder nicht liefern. Federführend sei Stürmer Alexander Schmidt erwähnt. Wenn der fehlt, wie gegen den LASK oder Wattens, lahmt das SKN-Offensivspiel vollends. Der Schlüssel wird sein, Spieler wie Reza Asadi, Nicolas Meister, Lukas Grozurek oder Christoph Halper – die bisher allesamt keine oder kaum eine Rolle spielten – leistungsmäßig näher an die Startelf zu bringen. Zugegeben, das ist Kritik auf hohem Niveau. Diese Sorgen hätte die Austria gerne.