Formel 1: Brauchen wir einen Grand Prix in Österreich?. Der Große Preis von Österreich lockte hunderttausende Schaulustige nach Spielberg. Doch das Formel-1-Spektakel sorgt nicht nur für Begeisterung. Diskutieren Sie mit: Brauchen wir einen Grand Prix in Österreich?

Erstellt am 23. Juni 2014 (09:35)
NOEN, APA/HERBERT NEUBAUER
NOEN, Foto: APA/Neumayr
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PRO

Heinz Prüller, Formel-1-Reporterlegende aus Wien.

Ja, und zwar aus vielen Gründen. Es gibt sportliche, wirtschaftliche und touristische Aspekte, die dafür sprechen. Zum Sportlichen: Wir haben mit Red Bull das beste Formel-1-Team der Welt in Österreich und in Spielberg einen super Kurs. Ich habe gerade mit dem dreifachen Weltmeister Alain Prost telefoniert, der auch gemeint hat, dass der Österreich-Grand Prix immer seine Lieblingsstrecke war. Zum Wirtschaftlichen: Zu Schillingzeiten wurden rund um den Grand Prix 100 Millionen umgesetzt. Ein Drittel davon ging direkt weiter an den Finanzminister. Heute ist das ein Vielfaches. Noch Fragen? Zum Touristischen: Die Formel 1 – und damit natürlich die Bilder von Österreich – wird in die ganze Welt übertragen. Diese Werbung ist unbezahlbar.
 

NOEN, VCÖ/ Öhner
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KONTRA

Christian Gratzer, Sprecher des Verkehrsclubs Österreich aus Wien.

Des einen Freud ist des anderen Leid. Die Fans jubeln, Anrainer leiden unter Lärm und Abgasen, die das Rennen und der Anreiseverkehr bringen. Unbestritten ist, dass Formel-1-Rennen die Umwelt belasten. Der ganze Formel-1- Zirkus verbraucht Unmengen an Energie und Rohstoffen. Nicht wenige denken sich: Wir bemühen uns, umweltfreundlich zu leben und die Umwelt zu schützen, und dann wird durch das „Blöde-im-Kreis-fahren“ – Zitat Niki Lauda – vieles davon wieder zunichte gemacht. Die Befürworter sagen: Die Formel 1 bringt viel Geld. Ja, aber Investitionen in andere Bereiche schaffen auch Arbeitsplätze – vor allem langfristigere Jobs – als durch ein Formel-1-Rennen, das es wahrscheinlich nur bis 2020 in Spielberg geben wird.