Frage der Geduld. Über die strategische Ausrichtung des SKN St. Pölten.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 20. August 2019 (04:07)

Ex-St.-Pölten-Trainer Oliver Lederer meinte jüngst, dass er dem Hype um den Red-Bull-Kick nicht viel abgewinnen könne. Der nunmehrige Traiskirchen-Coach ist überzeugt davon, dass man auch anders erfolgreich Fußball spielen kann. Auch wenn Lederer mit seiner Idee des Positionsspiels in der NÖ-Landeshauptstadt vor zwei Jahren gescheitert ist, wird er schon Recht haben. Darum geht’s aber nicht.

Die Frage, die sich vor allem der SKN St. Pölten stellen muss, ist, welche strategische sportliche Ausrichtung am ehesten Erfolg garantiert. Die Wölfe sind da in Ermangelung einer hauseigenen Akademie in einer Sonderstellung, weil gezwungen – Verzeihung für die Wortwahl – „Rohmaterial“ zuzukaufen.

Salzburg bildet mit Abstand am besten aus. Das Red-Bull-System ist in puncto Qualität und Durchlässigkeit selbst im internationalen Vergleich einzigartig. Jährlich schaffen neue Jungstars den Sprung ins Rampenlicht. Jährlich gelingt im Schatten davon aber auch Minimum 15 Spielern der Durchbruch nicht. Für St. Pölten sind solche Kicker nicht nur gut genug, sondern die Konzept-Basis. Mit Ingolitsch, Meisl, Luan, Haas und Rasner stehen bereits fünf Ex-Red-Bull-Kicker im SKN-Kader. Ohne Transfersperre wären im vergangenen Jahr garantiert weitere dazugekommen, egal ob fix oder geliehen.

St. Pölten hat unter Sportkoordinator Ketelaer und Trainer Schmidt endlich ein schlüssiges Konzept. Wenn es schief geht, dann deshalb, weil die Transfersperren-Hypothek zu groß war oder irgendjemand die Nerven wegschmeißt.