Gefährliche Schere. Über Marketing und Realität in der Bundesliga.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 11. Februar 2020 (00:08)

Jung, frech und unkonventionell: Das waren nicht unbedingt Assoziationen, die sich bislang beim SKN St. Pölten aufgedrängt haben. „Ich bin 20, ich darf das“, sagten sich jetzt allerdings die Wölfe – und wollen sich mit diesem Slogan im Jubiläumsjahr ein Stück weit neu erfinden. Dabei muss der SKN höllisch aufpassen, dass der beschwingt-fröhliche Marketingsprech nicht nach hinten losgeht. Denn um ein Produkt verkaufen zu können, muss erst einmal dieses selbst „stimmen“.

Der schwache Auftritt im ersten Pflichtspiel war da natürlich kontraproduktiv. Wer so naiv und so ideenlos gegen eine „U21“ aus Liga zwei agiert, hat vorerst einmal andere Probleme als die Träume von Platz sieben und die Chance aufs internationale Geschäft.

Geht die Schere zwischen Marketing und Realität zu weit auf, schaltet das Zielpublikum die Ohren auf Durchzug. Die Basis muss passen. Und gegen Innsbruck waren‘s nicht einmal die Basics im Fußball, die Anlass zur Zuversicht gegeben haben. Sowohl abseits als auch auf dem Platz. Einzig Neuerwerbung Christoph Klarer zeigte bei seiner Premiere in der Bundesliga, dass man ihn ab Sommer wohl lange nicht mehr in der heimischen Liga sehen wird.

Peinlich auch, dass teilweise Bier und Heißgetränke mancherorts in der NV-Arena schon in der regulären Spielzeit ausgingen und die Besucher auf dem Trockenen saßen. Solche Mankos bleiben in den Köpfen der Fans eher hängen als flotte Slogans. Bitter für den SKN – Geburtstag hin oder her …