boden.kontakt. Über die Gefahr der Abgehobenheit.

Von Petrus Pilsinger. Erstellt am 10. September 2019 (03:13)

Unter diesem Motto wollen wir im Stiftsgymnasium Seitenstetten heuer Fragen der Schöpfung und des Klimas noch mehr vertiefen. Mit Blick auf die Bibel wollen wir dazulernen.

Das Leben des Menschen startet in der Bibel damit, dass Gott aus Erde und Staub einen Menschen formt und ihm seinen Lebensatem einhaucht. Damit sind wir also zutiefst erdverbunden und erdgebunden. Durch den Lebensatem Gottes sind wir Geschöpfe mit Geist und Seele und können in Freiheit über die Schöpfung verfügen! In diesem Spannungsfeld spielt sich das Leben ab. Gott gab dem Menschen den Garten Eden, damit er sich auf der Erde wohlfühlen kann und stellte ihm die ganze Natur zur Verfügung.

Der Mensch hat mittlerweile gelernt, viele Naturgesetze zu beschreiben und zu berechnen. Er hat gelernt, sich die Natur durch Wissenschaft und Technik verfügbar zu machen. Unglaubliche Möglichkeiten tun sich dadurch dem Menschen auf!

Gott hat aber auch den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse in den Garten gepflanzt. Welch eine Erkenntnis: Nicht alles, was machbar ist, ist auch gut! Wir haben es übertrieben und bei aller Machbarkeit vergessen, dass die Natur auch Geheimnis und Leben in sich birgt. Wir agieren nicht mehr als Partner dieser Erde, sondern sind ihr Ausbeuter geworden. Wir sind abgehoben und haben den Boden verloren! Und was dann passiert, das erleben wir aktuell mit dem Klimawandel. Die Folgen: unter anderem extreme Wetterkapriolen, steigender Meeresspiegel, Trockenheit und Überhitzung.

Wo der Mensch den Boden verliert, dort überhitzt nicht nur der Planet, dort überhitzt auch der Mensch selber! Zurzeit stelle ich aber nicht nur klimatische, sondern auch wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Überhitzung fest! Es gibt viele Brandherde auf allen möglichen Ebenen.

Unser alter Mitbruder P. Altmann sagt das schon seit vielen Jahren: Bleibt’s am Boden! Er weiß es schon länger: Bodenkontakt schützt vor Abgehobenheit und Überhitzung.