Chiara Lubich – eine Mystikerin des Heute. Über Chiara Lubich.

Von Columban Luser. Erstellt am 21. Februar 2020 (09:59)

Ende Jänner wäre sie hundert Jahre alt geworden: Chiara Lubich – eine der größten spirituellen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, eine Mystikerin des Heute, an die angesichts der Weltenlage neu zu erinnern ist. Die tiefgläubige katholische Volksschullehrerin aus Trient war schon in ihrer Familie mit der Auseinandersetzung zwischen Christentum und Marxismus konfrontiert.

Als Reaktion auf die katastrophale Situation des Grauens des 2. Weltkriegs hat sie mit ein paar Freundinnen die heute weit verbreitete religiöse Laienbewegung gegründet: die Fokolarini – benannt nach einem italienischen Wort für Herdfeuer, das für alle sich darum Versammelten Wärme bringt. „Ein Pinsel weiß nicht, welches Bild mit ihm gemalt wird. Das weiß nur der Maler.

Genauso war es mit mir. Ich war nur ein Instrument und hatte ursprünglich keine Ahnung, dass durch mich eine weltweite Bewegung entstehen würde.“

Ihre ursprüngliche Frauengemeinschaft öffnet sich sehr bald auch für Männer und steht für praktizierte Nächstenliebe und für den engagierten Einsatz für ein friedvolles Miteinander aller Menschen – unabhängig von Konfession und Religion. „Alle sollen eins sein“ - dieses Wort Jesu wird zur Leitlinie für die Fokolarebewegung, an deren Spitze laut Statut immer eine Frau steht und derzeit ca 2 Millionen Anhänger hat.

Mit ihrer Bewegung setzt Chiara Lubich unglaublich viele Initiativen für Frieden und Versöhnung – unter anderem die erstaunlichen Friedenscamps in ganz Europa, in denen Jugendliche aus Ost und West im Foco-Geist Einheit gestalten, wie z.B. „go4peace“. Immer gilt dabei der Wunschzettel von Chiara Lubich: „Ich möchte der Welt bezeugen, dass Jesus, der Verlassene, jede Leere ausfüllt, jede Finsternis erleuchtet, jede Einsamkeit begleitet, jeden Schmerz beseitigt und jede Schuld getilgt hat.“

Chiara Lubich als Mystikerin des Heute zu bezeichnen, ist keineswegs überzeichnet. Sie lebt aus der Vision, überall Einheit als Beziehung von Unterschiedenen zu fördern, die man Liebe nennt. Einheit fördern – ein Programm für die Fastenzeit?