Ein Geschenk Gottes. Über den Frieden in der Welt.

Von Matthäus Nimmervoll. Erstellt am 14. Mai 2019 (01:11)

Der Osterfriede: ein Gnadengeschenk des Auferstandenen an seine von ihm gestiftete Kirche. Am Ostertag sprach Jesus zu seinen Jüngern den Friedensgruß: Der Friede sei mit euch. Das erinnert mich an seine Worte bei der Bergpredigt: Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden (Mt 5,9). Der Friede ist ein Geschenk Gottes und kann nicht von Menschen allein in dieser Welt erreicht werden. Auch Bruder Niklaus von Flüe hat als Friedensvermittler immer wieder die Nähe zu Gott gesucht, damit er dieses Geschenk vermitteln konnte. Die letzten 20 Jahre seines irdischen Lebens führte er in einer Einsiedelei ein einfaches Leben.

Diese Einsiedelei hatte zwei Fensteröffnungen: die eine in Blickrichtung zum Himmel, zu seinem Schöpfer, zu dem er täglich betete: „Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.“ Die zweite Fensteröffnung war in Blickrichtung zum Wanderweg, der nahe bei seiner Einsiedelei vorbeiführte und wo viele seiner Landsleute bei ihm als gewählten Ratsherren vorbeikamen. Friede entsteht nicht durch Vernichtung des Feindes, sondern durch Vernichtung der Feindschaft. Bruder Klaus mahnte seine Landsleute, im anderen das Abbild Gottes zu sehen. Es bedarf des aufmerksamen Zuhörens der Meinungen anderer.

Friede ist nicht das Gegenteil von Krieg. Friede heißt: in Ordnung und mit Rücksicht auf die Schöpfung Gottes das Leben gestalten. Das Gegenteil von Frieden ist nicht der Krieg, sondern die Unordnung. Als Geschöpfe Gottes können wir in jedem Menschen ein Abbild Gottes erkennen. Gott spricht durch das Gewissen in jedem Menschen und durch Ereignisse. Unser Gespräch mit Gott nennen wir Gebet. Durch das Gebet wird der Glaube gestärkt. Durch den Glauben wächst die Liebe. Durch die Liebe wächst die Bereitschaft zum Dienen (Hl. Mutter Teresa von Kalkutta). Vielleicht gelingt es mir, auf diese Weise gott-selig zu leben und leut-selig zu bleiben.