Eine starke Stimme. Aus dem Benediktinerstift Göttweig über den emeritierten Propst Maximilian Fürnsinn.

Von Columban Luser. Erstellt am 07. Mai 2019 (00:15)

Ende April hat es im Stift Herzogenburg ein Ereignis gegeben, das Seltenheitswert hat und deshalb besonders bedacht sein will: Im Rahmen eines Gottesdienstes wurde dem emeritierten Propst Maximilian Fürnsinn für 40 Jahre im Dienst an seiner Gemeinschaft gedankt.

Er ist in der Hausgeschichte der Augustiner Chorherrn von Herzogenburg damit der Propst mit der längsten aktiven Amtszeit. Mit Propst Maximilian beendet eine kirchliche Führungspersönlichkeit ihr Amt, die zu denen gehört, deren Stimme in NÖ sehr stark wahrgenommen wird. Ob es ein Artikel in der NÖN war oder eine Predigt bei einem Gottesdienst, ob es ein Vortrag vor der Wirtschaft war, eine Ansprache bei einer Weintaufe oder ein Interview im ORF – man hört ihm gern zu, weil er es versteht, die Dinge klar und verständlich zu formulieren und manches auch mutig auf den Punkt zu bringen. Und es fehlt ihm nie an Humor und Aktualität, an spirituellem Tiefgang und Perspektive.

Es ist daher gut nachvollziehbar, dass seine Stimme für viele Orientierungshilfe war und noch immer ist – in seinem Konvent, in der Äbtekonferenz, in der Lokalkirche, im Bereich der Wissenschaft und Kultur, in seinem großen Beziehungsnetz. Propst Maximilian ist ein Vordenker – mit wachem Blick für das öffentliche Leben und einer gesunden Einschätzung der Bewegungen in der Welt der Wirtschaft, der Politik und der Kultur. Wenn er es für notwendig hält, scheut er auch nicht die öffentliche Konfrontation – auch innerkirchlich nicht, wie man weiß. Wer als Ratsuchender bei ihm anklopft, darf mit konstruktiver Hilfe rechnen.

Wenn ich nach der Quelle einer solch gewachsenen Festigkeit und spirituellen Strahlkraft frage, die von ihm ausgeht, werde ich inmitten von vielfacher Umtriebigkeit und Beanspruchung im Alltag eines entdecken: die Kontemplation, eine tiefe Gottesbeziehung, die zu einer Liebe befähigt, 40 Jahre (und mehr) Quelle für andere zu sein. Ad multos annos!