Glaube in Bewegung. Abt Maximilian Heim OC (aus dem Stift Heiligenkreuz) zur österlichen Ausstellung im Neukloster in Wiener Neustadt.

Von Abt Maximilian Heim OCist. Update am 23. April 2019 (11:55)

Unter dem Motto „Welt in Bewegung“ ist die heurige NÖ-Landesausstellung in Wr. Neustadt eröffnet worden. Es ist eine Freude, dass – neben den Hauptschauplätzen St. Peter an der Sperr und den Kasematten – das Neukloster in Wr. Neustadt zusammen mit der Militärakademie und dem Kleinwasserkraftwerk Ungarfeld Kooperationspartner der Landesausstellung ist.

Wer Wr. Neustadt besucht, sollte am Neukloster nicht vorübergehen, denn dort sind Sehenswürdigkeiten der Öffentlichkeit neu zugänglich gemacht, die die Kultur des ältesten Klosters illustrieren. Das Neukloster wurde zunächst als Dominikanerkloster vor 1250 gegründet und im Jahr 1444 von Kaiser Friedrich III. den Zisterziensern anvertraut. Seit 1881 ist es mit dem Stift Heiligenkreuz verbunden. P. Prior Walter Ludwig OCist hat sich hervorragend um die Restaurierungen gekümmert und zeigt in den Führungen u. a. Folgendes:

In der Heiligen Woche zwischen Palmsonntag und Ostern bewegen Jesu Leiden, Sterben und Auferstehen die Glaubenden. Wer die Kirche des Neuklosters betritt, kann auf der rechten Seite in der neu restaurierten Kreuzkapelle das barocke Gesamtkunstwerk bewundern, das diese österlichen Geheimnisse zum Inhalt hat: Das Altarbild zeigt den Gekreuzigten; der Altarschrein die Schmerzensmutter Maria und im Altar befindet sich das Heilige Grab, das die Betrachter zu den Szenen des Ostersonntags führt, die in den Wandfresken zu sehen sind; im Deckenfresko Christi Himmelfahrt.

Zeitlich vor diesen Geheimnissen feiert die Kirche den Gründonnerstag mit dem Letzten Abendmahl. Es gibt wenige Räume, die dieses Ereignis so nah in Erinnerung rufen wie das barocke Refektorium der Mönche, das bei den Führungen mit den Fresken von Johann Baptist Bergl gezeigt wird. Wenn die Mönche am Tisch Platz nehmen, ist ihre Tafel gleichsam die Verlängerung des Abendmahls, das der Künstler lebensgroß dargestellt hat.

Diese kleinen Streiflichter mögen den christlichen Glauben aufleuchten lassen, damit auch wir als „Anhänger des neuen Weges“, wie sich die Christen in der Apostelgeschichte bezeichneten, Jesus folgen. Trotz ihrer Bedrängnisse ließen sie sich nicht entmutigen, sondern feierten miteinander den Tod und die Auferstehung Jesu als österlichen Sieg des Lebens.