Lieder: Mehr als Worte. Über die Bedeutung von Musik.

Von Pius Maurer. Erstellt am 09. Juli 2019 (01:39)

Jedes Jahr in den ersten Juliwochen erklingt aus zahlreichen Sälen, Räumen, Winkeln und Höfen des Stiftes Lilienfeld für viele Stunden Musik.

Es ist die Zeit der jährlichen Sommerakademie Lilienfeld. Das sind zwei intensive Musikwochen mit zahlreichen Kursen für Gesang, Orgel, Klavier, Saiten- und Blasinstrumente. In diesem Zeitraum finden zudem fast täglich Konzerte statt.

Die etwa 160 Teilnehmer erhalten bei erfahrenen, meisterhaften Künstlern Unterricht und üben viele Stunden lang Musik oder Gesang. Das lässt mich daran denken, dass die Stifte seit Jahrhunderten bei der Förderung von Musik, speziell der Kirchenmusik, eine wichtige Rolle innehaben.

In jedem Stift Niederösterreichs gibt es wertvolle Initiativen zur Förderung der Musik. Sei es durch die Pflege von Chören und Gesang, sei es durch besondere Konzertangebote oder intensive Musikausbildungen und nicht zuletzt durch die festliche musikalische Gestaltung von Gottesdiensten. Diese vielseitigen musikalischen Ereignisse in den Stiften sind Bestandteil des kulturellen Lebens und fügen sich gut zu den vielen anderen musikalischen Initiativen in Niederösterreich.

„Singt Gott Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder in Dankbarkeit in euren Herzen!“, schreibt etwa der Apostel Paulus (Kol 3,16c). „Wer singt, betet doppelt.“ Dieses vom Kirchenlehrer Augustinus inspirierte Wort ist auch beim Reformator Martin Luther zu finden. „Nichts erbaut und beflügelt so sehr den Menschen wie die Melodie der Musik“, erklärt der Kirchenlehrer Johannes Chrysostomus. „Schon ein kleines Lied kann viel Dunkelheit erhellen“, weiß auch Franz von Assisi.

All diese Empfehlungen für das Musizieren machen deutlich, wie motivierend, aufrichtend und berührend Musik sein kann, gerade in der Beziehung zu Gott. Manchmal verspürt ein betender Mensch einfach das Bedürfnis, für Gott zu singen. Der im Gotteslob (GL 140) abgedruckte Liedtext des Dominikaners Diethard Zils, versehen mit einer schwungvollen Melodie aus Israel, drückt das so aus:

„Singend lasst uns vor ihn treten. Mehr als Worte sagt ein Lied.“