Unser Leben zwischen zwei Polen. Über den Palmsonntag und die Tage vor Ostern.

Von Georg Wilfinger. Erstellt am 09. April 2019 (02:13)

Die Zeit läuft sehr schnell dahin. Die Fastenzeit ist bald schon wieder vorbei. Haben Sie etwas davon mitbekommen? Hatten Sie eventuell sogar einen persönlichen Vorsatz gefasst und sich einigermaßen auch daran gehalten?! Es ist nie zu spät innezuhalten und sich auf Wichtiges in diesen Tagen zu besinnen.

Vorausschauend ist in einigen Tagen bereits der Palmsonntag. Dieser Sonntag ist so etwas wie das Eingangstor in die Karwoche, in der uns die Liebe zu uns Menschen – von Gott her – in ganz besonderer Weise ins Gedächtnis gerufen und vor Augen gestellt wird.

Durchs Dunkel zum Licht, durch Leiden und Tod zu neuem Leben: Das ist der Weg, in dem Jesus uns seine Liebe zeigt und zu dem er auch uns einlädt. Öffnen wir uns für diese tiefste, aber auch herausfordernde Botschaft unseres Glaubens.

Am Palmsonntag wurde beim Einzug von Jesus in Jerusalem „Hosanna“ gerufen, bald darauf hörte man aber auch „… ans Kreuz mit ihm!“ Erfolg und Misserfolg, Ehre und Verachtung, Erniedrigung und Erhöhung – zwischen diesen beiden Polen bewegt sich auch unser Leben. In der Karwoche sind wir eingeladen, auf Jesus zu schauen, seinen Weg bis ans Kreuz und dann weiter in die Auferstehung mitzugehen. Lassen wir uns davon inspirieren und ermutigen.

Jesus zeigt uns, dass es möglich ist, diese Spannung durchzutragen. Wir brauchen uns durch Misserfolg und Scheitern nicht kleinmachen und verkrümmen lassen. Er ist uns den Weg vorausgegangen, der auch uns durch alle Dunkelheit hindurch in das Licht von Ostern führt – nicht erst am Ende unseres Lebens, sondern immer wieder neu, wenn wir schwierige Zeiten zu bestehen haben. Denn, wie es in einem Lied aus unserem Gotteslob heißt: „Manchmal feiern wir mitten am Tag ein Fest der Auferstehung!“ (GL, 472).