Auf ins neue Schuljahr!. Stephan Turnovszky, Weihbischof, über Quellen der Kraft und mit einem Impuls zum neuen Schuljahr.

Von Stephan Turnovszky. Erstellt am 08. September 2021 (05:51)

Es geht wieder los, und wir werden Kraft brauchen. Die Lehrer und Lehrerinnen genauso wie alle schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen und alle Menschen, die mit dem Rhythmus des Schuljahres leben. Das sind auch unsere Pfarren.

Wir werden Kräfte brauchen, um unsere Arbeit zu tun, um der Pandemie und ihren negativen Auswirkungen zu widerstehen, um unseren Lebensstil langsam, aber entschieden zu mehr Nachhaltigkeit hin zu verändern und um die Augen vor den großen sozialen Problemen in der Welt (beispielsweise in Afghanistan) nicht zu verschließen.

Wie soll denn ein normaler Mensch die Kraft dazu haben, wenn er sich zusätzlich um Beziehungsschwierigkeiten, Krebserkrankungen in der Familie oder Pflege der (Groß-)Eltern kümmern soll? Ich kann Ihnen nur erzählen, woher ich selbst die Kraft dazu nehme: Ich tue das jeden Tag aus der Stille und dem Gebet. Jeden Tag beginne und beende ich mit einer stillen Gebetszeit, in der ich meinen inneren Blick auf die Gegenwart Gottes ausrichte. Ja, die Probleme mögen groß sein (es gibt sie auch in meinem Leben, wie in jedem), aber ich kenne die unerschöpfliche Quelle der Kraft und der Liebe, die mich jeden Tag neu mit Leben erfüllt: Gott! Ja, ich verbinde mich jeden Tag mehrmals bewusst mit Gott, manchmal in längeren Gebetszeiten, manchmal in kurzen Stoßgebeten.

Und zweitens gibt es den Wochenrhythmus mit dem Sonntag: Für mich ist der Sonntag tatsächlich ein Tag zum Auftanken, auch wenn ich große Festpredigten zu halten und manche Anspannungen auszuhalten habe. Der Sonntag ist dennoch ein Feier-Tag für mich, der Freude und auch Ruhe in meinen Alltag strömen lässt. Im Buch Jesaja aus dem Alten Testament steht: „So spricht Gott, der Herr, der Heilige Israels: Durch Umkehr und Ruhe werdet ihr gerettet, im Stillhalten und Vertrauen liegt eure Kraft.“ Umkehr bedeutet in erster Linie die Blickrichtung: nicht auf die Probleme schauen, sondern auf Gott, von dem alle Kraft und Liebe ausgeht.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Start ins neue Schuljahr und freue mich, dass ich mich ab jetzt wieder wöchentlich mit meiner Kolumne bei Ihnen melden darf.