Aus dem Glauben leben. Abt Thomas Renner (Stift Altenburg) über Pfingsten und den Glauben an die Auferstehung Jesus’.

Von Abt Thomas Renner. Erstellt am 23. Mai 2018 (00:01)

Und wenn das alles gar nicht wahr ist? Wie gerne würden wir Menschen die Auferstehung beweisen. Nun, auch ich kann die Auferstehung nicht beweisen. Ich kann aber in Worte fassen, warum ich an die Auferstehung Jesu glaube: Ich bin fest davon überzeugt, dass es nicht nur unsere sichtbare Wirklichkeit gibt, sondern auch eine unsichtbare, die wir nicht einfach sehen oder messen oder gar beweisen können.

Es gibt eine unsichtbare Wirklichkeit, die unsere Seele anrührt, wenn wir uns ihr öffnen. Ich denke, dass die Jünger Jesu damals eine solche Erfahrung gemacht haben. Sie hatten Jesus eigentlich aufgegeben. Nach seiner Gefangennahme und seinem Tod haben sie zunächst das Weite gesucht.

Dass die Sache Jesu dann weitergeht, ist ein Wunder. Dass einer, der am Kreuz gestorben ist, von Gott von den Toten auferweckt wurde – das war für die damalige Welt eine Gott verhöhnende, eine geradezu lächerliche Botschaft. Und doch haben die ersten Christen mit einer Überzeugung und einer Konsequenz diese Botschaft verkündet, dass sie sogar Verfolgung und Bedrängnis, ja sogar den Tod auf sich nahmen. Diese Entschlossenheit und Begeisterung, diese Beharrlichkeit und Lebendigkeit, mit der die Botschaft von der Auferstehung Jesu verkündet wurde, ist für mich nur erklärbar darin, dass die Jünger durch Pfingsten eine Erfahrung gemacht haben müssen, die sie an der Auferstehung Jesu nicht zweifeln ließ.

Seit damals haben viele Generationen von Christen aus dem Glauben an die Auferstehung Jesu Kraft und Stärke geschöpft für ihr eigenes Leben. Das ist kein Beweis, aber Realität – Wirklichkeit und das ermutigt mich, aus demselben Glauben und Vertrauen heraus zu leben.