Dank für die Priester. Stephan Turnovszky, Weihbischof, über die Wichtigkeit und die Aufgaben unserer Priester.

Von Stephan Turnovszky. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:10)

Am 19. Juni werden im Stephansdom sieben Männer für die Erzdiözese Wien zu Priestern geweiht. Ja, wir brauchen sie, die Priester! Sie sind keine Auslaufmodelle, sondern werden immer unverzichtbar sein für das Leben der Kirche.

Wozu sind sie gut, was ist ihre unverzichtbare Aufgabe, die nicht auch anderweitig beauftragte Personen wahrnehmen können? Schon lange unterrichten doch viele Frauen (und wenige Männer) in unseren Schulen den katholischen Religionsunterricht, und sie machen das meist ausgezeichnet. Schon lange tragen Frauen und Männer in den Pfarrgemeinde- und Vermögensverwaltungsräten unserer Pfarren Mitverantwortung für die Gestaltung der Seelsorge, und sie sind zu Säulen unserer Pfarr gemeinden geworden. Worin besteht nun der unverzichtbare Dienst des geweihten Priesters?

Die Aufgabe des Priesters besteht darin, mit seinem ganzen Sein die Gläubigen daran zu erinnern, dass es in der Kirche um die Person Jesu Christi gehen muss. Dazu steht er in einem doppelten Dienst: im Dienst des Herrn Jesus Christus und im Dienst der ihm anvertrauten Menschen, für die er auf dreifache Weise zu sorgen hat: durch die Verkündigung, die Feier der Liturgie (Gottesdienste) und durch seinen Hirtendienst (Leitungsdienst).

Die Verkündigung der Frohen Botschaft ist zwar die Aufgabe aller Getauften, der Priester aber soll diese wiederum beständig daran erinnern, dass es zuerst um Jesus Christus selbst geht und das ganze Glaubensleben nur aus der Begegnung mit ihm wachsen kann. Die Liturgie feiert zwar die ganze Gemeinde, der Priester aber leitet die wichtigste Feier, die Eucharistie (heilige Messe), die Quelle und Nahrung für die Kirche, die Gemeinde und die Gläubigen ist. Und ihm ist die Feier der Versöhnung anvertraut, also die Beichte. Durch seinen Hirtendienst soll er die Gläubigen darin führen und unterstützen, ihren Glauben bewusst und überzeugend zu leben. Das geschieht nur dann gut, wenn die Gemeinde aufmerksam auf die Armen ist. Auch diese Aufmerksamkeit muss der Priester im Volk Gottes wach halten.

Ja, es braucht Mut, heutzutage Priester zu werden. Ich bin froh über jeden, der diesen Weg einschlägt im Bewusstsein, dass seine Mission Dienst bedeutet, einen hochgradig schönen, sinnvollen und erfüllenden Dienst! Solche Priester, solche guten Hirten braucht das Land, Priester, die die Menschen beständig an Jesus von Nazareth erinnern.