Danke, Alois Mock. Propst Maximilian Fürnsinn (Stift Herzogenburg) über seine Gedanken nach dem Requiem für Alois Mock.

Von Probst Maximilian Fürnsinn. Erstellt am 20. Juni 2017 (00:55)

Alois Mock hat Österreich geliebt. Er hat sein Leben für dieses Land eingesetzt. Er hat für die Entfaltung dieses Landes und um den Wohlstand für alle gekämpft. Als Außenminister hat er sich um gute Beziehungen zu allen Nachbarländern bemüht – auch zu den Ländern hinter dem „Eisernen Vorhang“. Dankbar für das freie Österreich ist Alois Mock für die Freiheit der durch den Kommunismus unterdrückten Länder eingetreten. Jahre später hat er den Stacheldraht zwischen Ungarn und Österreich durchschnitten – eine Frucht seines jahrelangen politischen Einsatzes. Damit ist Österreich in die Mitte Europas gerückt. Nicht die Abschottung unseres Landes, sondern seine Sendung zwischen Ost und West ist für Europa zum Segen geworden.

Alois Mock war ein aufrechter Mensch und fairer Politiker. Er hat Politik auf der untersten Ebene als Bürgermeister gelernt. Man hat diese geerdete Einstellung auf allen Ebenen seines politischen Wirkens gespürt. Immer war es eine Politik mit Augenmaß, eine Politik des Ausgleichs und immer ehrlich. So sehr er seine persönliche Überzeugung klar vertreten hat, hat er immer auch die Überzeugung seines politischen Mitbewerbers respektiert. Er konnte allen offen in die Augen schauen. Für Alois Mock stimmt, was Papst Paul der VI. einmal gesagt hat: „Die höchste Form der Nächstenliebe ist die Politik!“

Gerade dieses Beispiel von Alois Mock hat den Politikern in den ersten Reihen des Stephansdoms beim Requiem sicher zu denken gegeben. Politik kann auch anders gehen! Alois Mock war ein glühender Europäer. Die Integration Österreichs in die EU war ein Höhepunkt seines langen politischen Kampfes – vielleicht sogar die Erfüllung eines Lebenstraumes. Dabei hat er nicht nur die wirtschaftlichen Vorteile gesehen, sondern auch das „Friedensprojekt Europa“ und die vielfältige geistige und religiöse Kraft dieses Kontinents. Fehlt uns nicht diese Einstellung heute? Wir finden in Europa und in der EU immer weniger zusammen, weil uns das gelebte gläubige und geistige Vermächtnis zwischen den Fingern zerrinnt.

Das führt zu einer entscheidenden Lebenshaltung von Alois Mock: Er war ein überzeugter und überzeugender Christ. Er hat aus seinem Glauben für seine politische Arbeit Kraft geschöpft und hat als Christ Politik gemacht.

Danke Alois Mock!