Das war‘s? Das wär’s!

Maximilian Heim, Abt von Stift Heiligenkreuz, lädt zum Rückblick mit Dank ein.

Erstellt am 29. Dezember 2021 | 05:22
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Das war‘s? Geht es Ihnen auch so, wenn Sie an Silvester auf die zwölf Monate zurückschauen? Die letzten Stunden im Jahr zwingen uns dazu. Für nicht wenige war es ein Krisenjahr – wirtschaftlich, familiär, gesundheitlich. Gerade Kinder und Jugendliche sehnen sich wieder nach Normalität. Im Nachhinein verklärt sich manches Ereignis. Es bleibt in einem helleren Licht zurück.

Wie kann ich mit Erinnerungen und Emotionen umgehen? Zum ganzen Leben gehören Höhen und Tiefen. Aber wir sollten nicht eine so wichtige Wegstrecke wie die eines Jahres mit einem bitteren Nachgeschmack beenden. Als Jugendlicher stieß ich auf diesen für mich unverständlichen Satz, der mir aber mit der Zeit immer einsichtiger wurde: „Man muss Gott für alles danken, gerade auch für das Schwere.“ Ist das nicht ein Irrsinn? In uns sträubt sich alles gegen eine solche Dankbarkeit. Aber sie hat mich gelehrt, gerade in den schwierigen Situationen meines Lebens die tiefere Sinnhaftigkeit des ganzen Lebens zu entschlüsseln.

Um einen solchen Prozess anzustoßen, können wir jeden Tag mit einem kleinen Dank beenden. Vielleicht beginnen wir zu Silvester: Einfach drei Highlights des vergangenen Jahres hernehmen und dafür danken: den Menschen und nicht zuletzt Gott.

Und vielleicht sitzen Sie mit jemandem bis Mitternacht zusammen und tauschen sich aus über das vergangene Jahr, dann ermuntern Sie den anderen, dasselbe zu tun und dankbar mit einem einfachen Gebet jeden Tag in die Hände Gottes zurückzulegen. Das wär‘s!