Die eine Nacht, die alles verändert. Abt Thomas Renner OSB (Benediktinerstift Altenburg) über die Auferstehung von Jesus Christus.

Von Abt Thomas Renner. Erstellt am 27. März 2018 (00:11)

Vielleicht geht es ihnen auch so wie mir: Jedes Mal bin ich aufs Neue fasziniert und tief beeindruckt von der Feier der Osternacht.

Es bewegt mich innerlich zutiefst, wenn das Osterfeuer zu lodern beginnt und die Osterkerze entzündet wird; wenn über die Osterkerze die Worte gesprochen werden: Christus, gestern und heute, Anfang und Ende, Alpha und Omega. Sein ist die Zeit und die Ewigkeit. Sein ist die Macht und die Herrlichkeit in alle Ewigkeit. Und dann erschallt der Ruf: Christus ist glorreich auferstanden vom Tod. Sein Licht vertreibe das Dunkel der Herzen.

Wodicka
Symbolbild

Da fühle ich mich wirklich angesprochen in der Tiefe meines Herzens und in der Tiefe meines Glaubens – zugleich bin ich aber auch angefragt in all meinen Dunkelheiten des Herzens, in meinem Zweifeln und Hadern.

Gerade in der Osternacht geht es auch mir immer wieder so, wie dem Mann, der zu Jesus gerufen hat: Herr, ich möchte glauben. Hilf meinem Unglauben.

Das begeisterte Ja des Glaubens – und daneben der Rest an all den Fragezeichen, an Zweifeln, ja sogar an Unglauben. Licht und Dunkel, Tod und Leben, Untergang und Rettung, Angst und Vertrauen, Zweifel und Hoffnung. Zu Ostern gehört eben auch diese Spannung.

O wahrhaft selige Nacht, die Himmel und Erde versöhnt, die Gott und die Menschen verbindet. Diese Nacht – diese eine Nacht in der Geschichte der Welt – hat alles verändert.

Und so können wir in dieser hochheiligen Nacht nur mit glaubenden Herzen bekennen: Ja, dieser Jesus lebt. Der Stein ist weggewälzt, das Grab ist offen, der Herr ist auferstanden, denn Gott hat ihn von den Toten auferweckt.

Der Tod ist nun besiegt. Halleluja. Amen.