Erholung und Achtsamkeit

Erstellt am 07. Juli 2022 | 03:11
Lesezeit: 2 Min
Der Weihbischof über Urlaub vor und Leben nach dem Tod.
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In Ostösterreich haben die Schulferien begonnen, und damit kommt für viele Menschen die Urlaubszeit. Am Urlaub wird besonders deutlich, dass der Glaube an ein Leben nach dem Tod massive Auswirkungen auf die Gestaltung des Lebens vor dem Tod hat.

Bei vielen Menschen, die nicht an einen persönlichen Gott der Liebe und nicht an ein ewiges Leben glauben, stellt sich gerade im Urlaub eine Art von Stress ein: „Jetzt ist endlich die Gelegenheit zu tun, was ich will, und zu erleben, was mir noch fehlt!“ Ist ja nachvollziehbar, wenn das Leben vor dem Tod alles ist. Und dann wird fast mit Gewalt geurlaubt und, wenn etwas nicht den Erwartungen entspricht, womöglich noch gerichtlich geklagt, denn es geht ja ums Ganze.

Ich selbst glaube an die Auferstehung und an eine Existenz nach meinem Tod. Für mich ist alles vor dem Tod vergleichsweise „kurz“ im Vergleich zur erwarteten Ewigkeit. Deshalb sehe ich es entspannt, dass ich in diesem Leben nicht alles kennenlernen werde, was mich interessiert, und erleben werde, was mir gefiele. Von meinem Urlaub erwarte ich mir, dass er mir hilft, ein wenig zu dem Menschen zu werden, der ich in Ewigkeit einmal sein möchte. Deshalb gehören Ruhe und Muße zum Urlaub, Dankbarkeit für die Schönheit der Schöpfung, Zeit mit lieben, vertrauten Menschen, das Kennenlernen von neuen Menschen, Freude an der Kultur – und auch Zeit fürs Gebet. Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Urlaub und Achtsamkeit auf Ihre Seele. So könnte Freude an der Perspektive eines Lebens nach dem Tod wachsen, gerade in den entspannteren Wochen des Jahres.