Future für unsere Welt. Über Erntedank und unsere Verantwortung für die Zukunft.

Von Abt Thomas Renner. Erstellt am 08. Oktober 2019 (00:51)

Am vergangenen Sonntag haben wir unser Erntedankfest in der Pfarre des Stiftes Altenburg gefeiert. Es war wieder eine Freude, die vielen Gaben der Natur anzusehen. Prachtvoll waren unsere Erntekrone und die Körbe mit dem reifen Obst und Gemüse. Ja, wir wurden reich beschenkt – auch in diesem Jahr. Deshalb sagen wir auch Danke in feierlicher Form – in der Feier der Eucharistie. Die Freude und die Dankbarkeit über die Gaben, die Gott in seiner Schöpfung für uns wachsen lässt, sind berechtigt.

Aber beim Anblick der prachtvollen Erntekrone wird mir ganz neu auch die Verantwortung in Erinnerung gerufen für all das, was Gott uns schenkt. Es geht längst nicht mehr nur um die gerechte Verteilung der Güter dieser Welt. Unsere Verantwortung in der Welt ist umfassender geworden. Es geht heute vor allem auch um die Spuren, die wir in dieser Welt hinterlassen, bei all dem, was wir tun. Wir hinterlassen Spuren beim Anbau und der Produktion der Nahrungsmittel, beim Einkauf im Supermarkt, beim Umgang mit Lebensmitteln und auch bei der Verwendung der Rohstoffe dieser Welt. Wir hinterlassen Spuren bei allem, was wir tun.

Und deshalb sind wir heute auch verantwortlich für alle unsere Spuren. Wir haben Verantwortung für andere Menschen und auch für die nachfolgenden Generationen, damit auch sie in dieser Welt leben können. Wir haben die Verantwortung darüber, wie unsere Nahrungsmittel produziert werden und ob dabei auch andere Pflanzen und Tiere noch einen Lebensraum finden. Wir haben die Verantwortung für eine gerechte Verteilung der Güter und einen fairen Handel in dieser Welt und wir tragen natürlich auch die Verantwortung für menschenwürdige Produktionsmethoden.

Beim Anblick der Gaben auf dem Erntealtar erfüllt Dankbarkeit unser Herz. Zugleich aber wird uns die Verantwortung in Erinnerung gerufen, die wir alle für die Zukunft unserer Welt haben. Nehmen wir diese Verantwortung auch wahr – unsere Jugend lebt uns das heute schon vor!