Gibt es noch Wunder?. Abt Maximilian Heim (Stift Heiligenkreuz) über das Sonnenwunder vor 100 Jahren.

Von Abt Maximilian Heim OCist. Erstellt am 26. September 2017 (03:00)

Kann Gott in unser Leben eingreifen? Dass Wunder geschehen, Gott seine Nähe zeigt und dass das Leben von einem letzten Sinn getragen wird, das glauben Menschen seit alters her. Die naturwissenschaftlich-technische Sicht unserer Welt jedoch scheint zu beweisen, dass Übernatürliches nur subjektiv ist, also nicht unserer Realität entspricht. Was ist wahr? Der Glaubende wird die Wahrheit der Naturwissenschaft nie ablehnen. Aber gibt es nicht schon immer Grenzen des Verstehbaren?

Vor genau 100 Jahren geschah am 13. Oktober 1917 das sogenannte Sonnenwunder von Fatima. Den drei Hirtenkindern, denen nach ihren Angaben die Gottesmutter von Mai bis Oktober insgesamt sechsmal erschien, wurde dieses Wunder als sichtbares Zeichen der Echtheit mit genauem Datum vorangekündigt. Ca. 70.000 Menschen kamen an jenem 13. Oktober 1917 trotz Kälte und Regen nach Fatima in die Cova da Iria, als genau um 12 Uhr den drei Kindern die „weiße Dame“ erschien und vor allem darum bat, zu beten, damit die Menschen sich bekehren und Friede werde.

Plötzlich rief Lucia, das älteste der drei Kinder, der Menge zu: „Schaut zur Sonne!“ Schlagartig hörte es auf zu regnen, die Sonne erschien wie eine silbern glänzende Scheibe und begann, sich mit riesiger Geschwindigkeit wie ein Feuerrad um sich selbst zu drehen. Dabei leuchtete sie in allen Farben des Regenbogens und hüllte die Erde, die Felsen, die Bäume und die Menschen abwechselnd in gelbes, grünes, rotes, blaues und violettes Licht. Einige Augenblicke stand die Sonne still, dann wiederholte sich das Schauspiel noch zweimal, immer schöner und beeindruckender. Gläubige wie Ungläubige, Wissenschaftler wie weniger Gebildete schauten wie gebannt zum Himmel. Auf einmal schien die Sonne sich vom Firmament zu lösen und wie in Zick-zack-Sprüngen sich auf die Erde zuzubewegen.

Die Menschen waren wie erstarrt und riefen: „Mein Gott, ich glaube! Mein Jesus, Barmherzigkeit!“ Viele fingen an zu beten und sangen am Ende gemeinsam das Glaubensbekenntnis. Die Kleider der Leute trockneten in wenigen Minuten und waren überraschend wieder vollständig sauber.

Es gibt keine Privatoffenbarung, ob in Medjugorje oder in Lourdes, bei der ein solches „Schauspiel“, das ca. 10 Minuten dauerte und von dem auch die überregionale Presse berichtete, die Menschen von der Echtheit der Erscheinungen überzeugte.

Wenn Papst Franziskus in diesem Jahr die zwei früh verstorbenen Kinder Jacinta und Francisco, die ca. 10 Jahre alt waren, heiliggesprochen hat, dann ist das heute ein Ausrufezeichen, die Botschaft von Fatima nicht einfach als subjektives Phänomen abzutun, sondern ihr entsprechend um den Frieden in der Welt zu beten.