Glaube, Liebe, Hoffnung

Erstellt am 29. Dezember 2021 | 05:22
Lesezeit: 2 Min
Weihbischof Stephan Turnovszky über die Frage, was das Wichtigste im Leben sein könnte.
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G’sund bleiben, das Wichtigste! Tatsächlich? Rund um den Jahreswechsel höre ich am Ende von Wünschen: „Alles Gute fürs neue Jahr, und g‘sund bleiben, das Wichtigste!“

Wenn ich das vernehme, reißt es mich immer, denn ich halte Gesundheit nicht für das Wichtigste. Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich halte Gesundheit für äußerst wichtig, und ich bin dankbar für die meinige und die meiner Lieben. Vielleicht würde ich mich sogar hinreißen lassen, die Gesundheit als das Zweitwichtigste zu nennen, aber das Wichtigste ist etwas anderes.

Denn: Ich kenne medizinisch kerngesunde Menschen, die auf mich „zwider“ wirken, unzufrieden. Und andrerseits kenne ich Rollstuhlfahrer und Rollstuhlfahrerinnen, die stets ein Lächeln im Gesicht, ein gutes Wort für jeden und Zufriedenheit mit ihrem Leben in sich tragen. Mir kommt vor, dass diese das Wichtigste in sich tragen, Erstere nicht.

Ja, was ist dann das Wichtigste im Leben, wenn nicht die Gesundheit? Aus meiner Perspektive sind es Glaube, Hoffnung und Liebe. Glaube: Ich lebe aus dem Bewusstsein, dass mein Leben nicht Zufall ist, sondern einen Sinn hat. Hoffnung: Ich schlafe ruhig im Bewusstsein, dass nicht alles von mir abhängt; dass ich zwar mein Leben nicht in der Hand habe, aber selbst in Gottes Hand bin. Liebe: Ich werde dadurch glücklich, dass sich in meinem Leben nicht alles um mich dreht, sondern ich danach trachte, andere glücklich zu machen.

Deshalb: Ich wünsche Ihnen im Jahr 2022 Gesundheit. Vor allem aber wünsche ich Ihnen ein Jahr voller Glaube, Hoffnung und Liebe – ein gesegnetes neues Jahr eben!