Glaube und Humor. Über Glaube und Humor am Beispiel von Papst Leo XIII., der in diesen Tagen ein kleines Jubiläum feiert.

Von Pius Maurer. Erstellt am 25. Februar 2020 (05:25)

Vor 210 Jahren, am 2. März 1810, ist Papst Leo XIII. geboren. Aus seiner Amtszeit als Papst (1878-1903) gibt es viele humorvolle Anekdoten. Als er einmal als bereits Neunzigjähriger einen jungen amerikanischen Bischof empfing, der klagte, dass er den Papst nun wahrscheinlich das letzte Mal sehe, beeilte sich Papst Leo zu fragen: „Warum denn, mein Lieber, sind Sie etwa krank?“. Papst Leo XIII., der offensichtlich – wie die XIII in seinem Papstnamen bezeugt – überhaupt nicht abergläubisch war, ging in die Geschichte vor allem durch seine ausführliche öffentliche Stellungnahme zugunsten der Arbeiter (Enzyklika „Rerum novarum“, 1891) ein.

Er wollte die damalige bürgerliche Welt aufrütteln und auf die furchtbare Armut der Arbeiter nach der industriellen Revolution aufmerksam machen. Insgesamt veröffentlichte er über 80 Enzykliken (offizielle Rundschreiben). Den Erfindungen seiner Zeit stand er aufgeschlossen gegenüber. Sein diplomatisches Geschick half, den Kulturkampf in Deutschland zu beenden und einen Krieg zwischen Deutschland und Spanien zu verhindern (in der Karolinenkrise, 1885).

Neben seinen Bemühungen um Glauben, Frieden und Gerechtigkeit, die er mit allem Ernst und voll Tatkraft verfolgte, behielt er sich immer auch Sinn für Humor. Als er in hohem Alter von einem Monsignore zugesprochen bekam: „Heiliger Vater, ich wünsche Ihnen, dass Sie 100 Jahre alt werden“, sagte der Papst: „Man soll der Gnade Gottes keine Grenzen setzen.“

Auch wenn er dann die 100-Jahres-Schwelle doch nicht überschritt, sondern schon im 94. Lebensjahr starb, so hatte er jedenfalls während seiner Amtszeit vor Lebenskraft und Impulsivität gestrotzt. Bei ihm findet man bestätigt: Glaube und Humor passen durchaus zusammen und tragen auf je eigene Weise dazu bei, mit positiver Lebenseinstellung durch das Leben zu gehen.