Himmel auf Erden - und wie er zu bekommen ist. Matthäus Nimmervoll, Abt des Stiftes Lilienfeld, über die Bedeutung des Weihnachtsfestes.

Von Matthäus Nimmervoll. Erstellt am 22. Dezember 2017 (08:45)
Symbolbild

Abt Matthäus Nimmervoll
NOEN, ZVG

Nun ist es wieder soweit: Wir feiern Christi Geburt. Neun Monate nach dessen Ankündigung durch den Engel Gabriel. Und wir feiern es eine ganze Woche lang, die sogenannte Weihnachtsoktav bis zum Neujahrstag des Kalenderjahres 2018. Wie die erwartete Geburt jedes Kindes erfüllen uns diese Tage mit Freude über ein neues Leben, das wir gerne in einer Gemeinschaft feiern. Freude will verbreitet werden: In der Familie, bei den Verwandten und in der Nachbarschaft, wo wir Glück- und Segenswünsche austauschen – meist auch Geschenke mitbringen und selber erhalten.

Alles in allem soll es ein Fest des Friedens und Ausdruck unserer Liebe und Zuneigung sein. Gott selber ist vom Himmel herabgekommen, um als Mensch wie wir zu leben. Ein großes Zeichen seiner Liebe.

Was aber bedeutet Himmel und wie können wir diese Liebe verstehen? Die hl. Hildegard, Mystikerin aus dem Benediktinerorden, schreibt: Der Himmel auf Erden ist überall, wo Menschen von Liebe zu Gott, zu ihren Mitmenschen und zu sich selbst erfüllt sind.

In dieser Beschreibung wird die gewöhnliche Trennung von „unten Erde“ und „oben Himmel“ aufgehoben, wenn sie gleichsam vom Himmel auf Erden spricht. Und wie ist nach ihrer Meinung dieser Himmel zu bekommen? Durch die Liebe – und zwar in der dreifachen Ausgestaltung dieser Liebe, nämlich zu Gott, zu den Mitmenschen und auch zu sich selber.

Was aber bedeutet letzteres: Die Liebe zu sich selbst? Manchmal verdrängen wir leider unsere eigenen Bedürfnisse, um es anderen recht zu machen. Auf die Dauer aber ist es ungesund. Freilich sind die Grenzen fließend zwischen einem gesunden Egoismus und einer Selbstliebe, wie wir es im Gebot der Nächstenliebe oft genug hören: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Es bleibt gewiss eine Herausforderung, die Weihnachtsfeiertage so zu begehen, dass die Bedürfnisse aller beachtet werden. Eines darf uns dabei nie abgehen: eine Menge Gelassenheit und ein wenig Humor!