Jahresbilanz 2020. Mit einem Rückblick über die letzten zwölf Monate.

Von Stephan Turnovszky. Erstellt am 30. Dezember 2020 (03:21)

Das Jahr 2020 wird mir vor allem als das (erste?) Corona-Jahr in Erinnerung bleiben. Wenn ich zurückblicke, sehe ich die letzten zwölf Monate vor mir. Ich sehe sie in größerer Klarheit, als das bei den letzten Jahreswechseln der Fall war. Vermutlich weil in meinem Leben weniger „los“ war. Es gab viel weniger Reisen, Festmessen, Großveranstaltungen, Besprechungen und Begegnungen, sodass mir die wenigen deutlicher in Erinnerung geblieben sind. So wie man heuer am Himmel jedes Flugzeug aufmerksamer wahrgenommen hat, weil es weniger davon gab. Das ist zuerst einmal etwas, wofür ich dankbar bin: Es gab in meinem Leben eine heilsame Reduktion von Ballast, von manchem, das schon zu viel war.

Freilich war da auch die andere Seite, die der Verängstigung: Angst vor der Erkrankung oder gar dem Tod lieber Angehöriger, Angst vor Chaos in den Spitälern, vor einem wirtschaftlichen Zusammenbruch mit Massenelend, vor einer Spaltung der Gesellschaft in wenige Corona-Gewinner und die Mehrheit der Verlierer, auch vor einer unverhältnismäßigen Beschneidung unserer Freiheit, Sorge um die Solidarität mit den Schwächsten und die Frage, wie lebensfreundlich unsere Gesellschaft tatsächlich sein will (Migranten in Moria / Beihilfe zum Suizid / Verweigerung der Erfassung anonymer Statistiken zur Abtreibung / fortschreitende Bodenversiegelung und vieles anderes mehr). Ja, und auch die Angst vor Terrorismus in unmittelbarer Nähe.

Ich werde in diesen Tagen mit Weihrauch durch meine Wohnung gehen, vielleicht möchten Sie auch zu Hause räuchern? Ich bringe damit zum Ausdruck: „Gott, erfülle mein Alltagsleben mit deiner Gegenwart so, wie diese Räume jetzt mit Duft erfüllt werden. Sei nicht nur in meinem Alltag gegenwärtig, sondern in dem aller Menschen, die dafür offen sind. Wir lassen in Dankbarkeit zu dir aufsteigen, was in diesem Jahr kostbar und schön war. Und wir bitte dich zu verbrennen und zu wandeln, was es an Egoismus in mir und anderen Menschen gegeben hat und gibt.“ Falls Sie Weihwasser zu Hause haben (bekommen Sie in Ihrer Pfarre), besprengen Sie Ihre Wohnung doch auch damit und drücken Sie damit die Sehnsucht nach einem Neubeginn im neuen Jahr aus.

Und für die ersten neun Tage von 2021 lade ich Sie herzlich ein, sich am gemeinsamen Gebet zu beteiligen: „Mit Gott-Vertrauen das Neue Jahr beginnen!“ Die entsprechende Gebetsunterlage finden Sie unter www.netzwerk-gottesdienst.at oder (hoffentlich) in ausgedruckter Form in Ihrer Pfarrkirche.

Gott segne Ihren Rückblick und Ihren Ausblick!