Nehmen wir Rücksicht!. Über die Auswirkungen der Pandemie auf die Jüngsten unserer Gesellschaft.

Von Stephan Turnovszky. Erstellt am 03. März 2021 (03:20)

Liebe Kinder, liebe Jugendliche, ihr habt es in der Pandemie besonders schwer. Ihr seid zwar gesundheitlich kaum gefährdet, aber genau das macht euch gesellschaftlichen Druck. Man erwartet von euch, dass ihr aus Rücksichtnahme einen Verzicht leistet, der über die Kräfte von vielen von euch geht: den Verzicht auf Kontakt unter euresgleichen. Für Kinder ist es schwierig, ohne andere Kinder zu lernen.

Für Jugendliche ist es unmöglich, ohne andere Jugendliche erwachsen zu werden. Ich erinnere mich an meine eigene Jugendzeit zurück: Wie gerne war ich in meiner Jungschargruppe, später Jugendgruppe, in der Pfarre, wie gerne habe ich mit Freunden im Park Fußball gespielt, wir sind miteinander fortgegangen, haben Ausflüge gemacht, diskutiert, miteinander gestritten und uns wieder versöhnt.

Jetzt lese ich, wie viele Jugendliche aufgrund der Kontaktbeschränkungen Probleme haben: Manche entwickeln Depressionen, andere Essstörungen, wieder andere haben Schuldgefühle, nachdem sie doch (heimlich) Freunde getroffen haben. Viele versuchen, Kontakte über die sozialen Medien zu halten. Das kann auch gelingen. Kontakte halten kann man, aber Kontakte knüpfen geht so gut wie gar nicht ohne reale Begegnungen. Nur online ist zu wenig!

Liebe Erwachsene, ich bitte Sie um Verständnis für Jugendliche in Ihrem Umfeld. Junge Menschen brauchen Sozialkontakte, so wie ältere Menschen Ruhe brauchen. Sie können nicht heranwachsen ohne andere Menschen. Nehmen wir alle aufeinander Rücksicht: Die Jugend möge Kontakte pflegen, und zwar im Rahmen der Gesetze und so, dass das Ansteckungsrisiko minimiert wird, die Erwachsenen mögen Verständnis und Unterstützung für die jungen Menschen aufbringen, vor allem dadurch, dass sie sich an die eigene Jugend erinnern und mit jungen Menschen das Gespräch suchen, wie es ihnen geht. Und umgekehrt freuen sich die Großeltern, wenn sich die Enkerln bei ihnen melden.

Junge Menschen sind nicht eine Gefahr für die älteren, sondern deren gegenwärtige und zukünftige Stütze! Dabei nehmen sie mit Homeschooling und Distance Learning unglaublich viel auf sich, um andere Menschen zu schützen! Mir hilft die Perspektive des Glaubens: Gott schaut mit Liebe auf jeden Menschen. Seine Freude ist es, wenn auch wir mit Liebe auf einander schauen.