„Schön war’s, Herr Pfarrer“. Abt Petrus Pilsinger (Stift Seitenstetten) über liturgische Feiern und wie sie am schönsten werden.

Von Petrus Pilsinger. Erstellt am 14. August 2018 (02:06)

Diese Aussage höre ich oft nach Hochzeitsfeierlichkeiten und nach Tauffeiern. Ich sehe darin ein Kompliment für meinen Dienst und einen Ausdruck der Betroffenheit.

Und trotzdem bin ich selbst nicht immer restlos zufrieden. Denn die musikalische Gestaltung wird häufig Leuten überlassen, die zwar gut musizieren, aber wenig Beziehung sowohl zum Anlass als auch zu den Feiernden haben.

Das Ritual ist vielen Gästen fremd, die liturgischen Antworten kommen zögerlich. Es kann schon passieren, dass ich als Priester das Glaubensbekenntnis fast alleine bete. Teilnehmende Festgäste lassen die kirchliche Zeremonie geduldig über sich ergehen. Und trotzdem sagen mir die Mitfeiernden nach der Feier: „Schön war’s, Herr Pfarrer.“

Ich komme gerade von einem Begräbnis eines 53-jährigen Bauern und Familienvaters, eines in Gemeinde und Pfarre engagierten Mannes. Die Kirche war überfüllt. „Meine Zeit steht in deinen Händen“: Die Trauergemeinde sang gemeinsam mit dem Chor, mit Tränen in den Augen, aus tiefstem Herzen. Das gemeinsam gesungene Vaterunser, mit einander gereichten Händen, der Sarg in der Mitte. Das war in hohem Maß nahegehend. Eine gute, herzliche und ehrliche Predigt des Herrn Pfarrers, würdigende Worte des Herrn Bürgermeisters, der darauf hinwies, dass der Glaube des Verstorbenen die tragende Säule seines Lebens war. Das abschließende gemeinsame „Christus ist erstanden“ war ein kräftiges Glaubenszeugnis der Gottesdienstgemeinschaft. Was für ein berührender Gottesdienst! „Schön war’s, liebe Gemeinde!“

Schade, dass manchen liturgischen Feiern diese überzeugte innerliche Anteilnahme fehlt, denn davon lebt erst eine solche Feier. Dabei sein, berührt sein, eins sein; so sind liturgische Feiern für alle erst richtig schön.