Sende aus deinen Geist!. Abt Maximilian Heim (Stift Heiligenkreuz) über die Botschaft des großen Papstes Johannes Paul II. und die Ankündigung eines neuen Pfingsten.

Von Abt Maximilian Heim OCist. Erstellt am 07. Juni 2017 (00:47)

Der große Papst Johannes Paul II., der 2014 am Barmherzigkeitssonntag von Papst Franziskus heiliggesprochen wurde, begann sein Pontifikat mit dem Aufruf: „Habt keine Angst, öffnet die Tore für Christus!“ In dieser Furchtlosigkeit veränderte er die Welt und gab ihr neue Hoffnung.

Bei seinem ersten Besuch in seiner Heimat Polen, im damaligen Ostblock, rief er am Vorabend des Pfingstfestes 1979 den Heiligen Geist an: „Sende aus deinen Geist!“ Indem er noch einmal diese Bitte wiederholte, fuhr er fort: „Und erneuere das Angesicht der Erde!“ Seine letzten Worte unterstrich er, indem er mit seinem Kreuzesstab hörbar und sichtbar auf den Boden pochte und nochmals bekräftigte: „Dieser Erde!“

Dieser Papst, mit dem der Eiserne Vorhang durchbrochen wurde, ist uns auch heute ein Beispiel des Vertrauens, die lähmende Angst vor Terror und Krieg zu überwinden, indem wir unsere Türen und Tore weit öffnen für Christus. Schon der gütige Papst Johannes XXIII. veränderte die Friedlosigkeit seiner Zeit und kündigte ein neues Pfingsten an. Er wehrte sich gegen die Unheilspropheten, die nur „Untergang und Unheil erkennen“. Für ihn gelte es, Gottes Heil der Welt zu verkünden.

Ganz entscheidend ist es dabei, dass wir selbst der Barmherzigkeit Gottes wieder Raum geben. Ohne Vergebung wird das Leben hoffnungslos, Gewalt erzeugt wieder Gewalt. Der Geist des Friedens, den Christus seinen Jüngern einhaucht, möge auch heute die Welt neu erfassen und das Antlitz dieser Erde erneuern.