Stift Heiligenkreuz wagt Wiederbesiedelung. Abt Maximilian Heim (Stift Heiligenkreuz) über ein Hoffnungszeichen im Kloster Neuzelle.

Von Abt Maximilian Heim OCist. Erstellt am 23. Januar 2018 (00:47)

Vor 200 Jahren kam in Folge des Wiener Kongresses das Kloster Neuzelle in der sächsischen Niederlausitz zu Preußen. 1817 wurde es zwangsweise säkularisiert. Durch die damalige Klosteraufhebung ging ein Zisterzienserstift zugrunde, das schon 500 Jahre alt gewesen war. Nun öffnen sich wieder zum 700-Jahr Jubiläum der Gründung die Pforten für die Mönche. Das Stift Heiligenkreuz hat auf Einladung des Görlitzer Bischofs Wolfgang Ipolt bereits vier Mönche entsandt, die in einer weitgehend entchristlichten Region mit offenen Herzen aufgenommen worden sind. Auch das Land Brandenburg, das der jetzige Eigentümer der Klosteranlage ist, hat seine Zustimmung zur Wiederbesiedelung gegeben und dafür das ehemalige Kanzleigebäude des Klosters in Aussicht gestellt. Dieses Gebäude war in der Zeit der DDR Priesterseminar gewesen.

Für viele Menschen ist diese Wiederbesiedelung ein Hoffnungszeichen in einer Region, die religiös eher einer Wüste gleicht, da nur ein sehr geringer Prozentsatz der Bevölkerung sich zum christlichen Glauben bekennt. Die demographische wie auch die wirtschaftliche Entwicklung bereitet viele Sorgen. Aber vielleicht ist gerade dieses „Pflänzchen Hoffnung“ für viele Menschen ein Lebenszeichen. Die Freude über die Gründung steckt an – nicht nur die Katholiken, sondern auch die evangelischen Gläubigen, die sich sogar schon mit ihrem Pfarrer aufmachten, um Heiligenkreuz im Wienerwald zu besuchen.

Und was bewegt die Heiligenkreuzer, gerade diesen Ort wieder zu besiedeln? Vielleicht ist es die österreichisch-böhmische Verbundenheit mit der Niederen Lausitz, die in Neuzelle noch sichtbar wird, wenn in einem Fresko die Kaiserin Maria-Theresia zu sehen ist, oder der hl. Markgraf Leopold wie auch der hl. Florian.

Der eigentliche Beweggrund aber ist der Wunsch, die Frohe Botschaft des Evangeliums wieder an die Peripherie des Glaubens zu bringen, wie es Papst Franziskus oft einmahnt. Dann kann das Herz von Neuzelle – eines der schönsten Kulturdenkmäler des Landes Brandenburg – wieder neu zu schlagen beginnen, wenn der Kult, das heißt der Choralgesang der Mönche zur Ehre Gottes, die Seele dieser wunderschönen Kulturstätte wird, die viele Menschen jetzt schon anzieht.