Von der Zuwendung. Über den diözesanen Inspirationstag für junge Menschen in Pfarren.

Von Abt Thomas Renner. Erstellt am 04. Februar 2020 (01:28)

Eine junge, lebendige Kirche: Wir wünschen es uns alle. Sichtbar und konkret wurde es beim ersten diözesanen Jugendtag, der in Wieselburg stattfand. Deren Spiritualität hat mich berührt: wie neugierig junge Menschen sind! Wie offen für die Frohbotschaft, wie vernetzungsbereit, wie spontan sie sind und wie freundschaftlich der Umgang und die Stimmung des Tages waren. Das aufeinander Hören und Schauen, was gebraucht wird, was gefragt wird, ist so wesentlich für ein gelungenes Leben in Pfarren und der Gemeinschaft. Idee des Wieselburger Inspirationstages war es, jungen Menschen aus den Pfarren eine Plattform zu bieten, um Ideen, Formate, Methoden kennenzulernen, Gemeinschaft kreativ zu gestalten, um auf Jesus zu schauen.

Die Leitfrage der Impulse, der Gesprächsrunden und der Vorstellung verschiedener Initiativen waren große Fragen: Wie kommt Liebe in die Welt? Fühle ich mich so von Gott geliebt, dass ich von dieser Liebe mit Begeisterung erzähle? Woher nehme ich Kraft, wo ist mein Zentrum, wo findet Inspiration statt? Wenn heute Menschen erfahren wollen, wer unser Gott ist, müssen wir Christinnen und Christen da sein. Wir müssen Freundschaft pflegen, einen Raum bilden, wo man merkt, hier bin ich angenommen. Wir müssen Gemeinschaft ermöglichen: Sich von einem Gott geliebt wissend, von Gott gestärkt zu den Menschen gehen und da sein mit ihnen. Wir müssen in unserer Zuwendung maßlos sein, damit uns Menschen die Zusicherung glauben, dass sie von Gott geliebt sind. Und was wünschen sich junge Menschen von uns? Dass wir unsere Selbstverständlichkeiten erklären. Dass wir zuhören und sie statt versteinerter Mienen lächelnde Gesichter sehen. Dass wir sie ermutigen.

Damit unterscheiden sich junge Menschen eigentlich nicht so sehr von anderen Altersgruppen. Sie fordern das, was sie brauchen – nur viel vehementer – ein. Gottseidank.