Was bleibt am Ende?. Über Endzeitstimmung im Evangelium und im persönlichen Leben.

Von Georg Wilfinger. Erstellt am 19. November 2019 (02:08)

Das ist beim Fußball so, beim Mensch-ärgere-dich-nicht, aber auch auf der Autobahn im Stau und beim Anstehen an der Supermarkt-Kasse: Gewinnen will jeder. Da macht auch die Kirche keine Ausnahme, sie will genauso Menschen gewinnen und am Ende gut dastehen. Am Ende des Kirchenjahres herrscht Endzeitstimmung im Evangelium. Im religiösen Sinn ist damit oft das Ende der Welt gemeint, wie es im Lukas-Evangelium letzten Sonntag anschaulich beschrieben wurde. Diese Beschreibungen haben Kunst und Architektur über Jahrhunderte inspiriert: Weltuntergangsszenarien von Hieronymus Bosch über die Sixtinische Kapelle bis zu Hollywood erschufen Bilder, die uns erschrecken, bewegen, anrühren. Jesus sagt uns im Untergang aber, worum es wirklich geht.

Uns soll „kein Haar gekrümmt werden“, wir sollen nicht auf besserwissende Lautsprecher hören, die behaupten, sie wüssten die Wahrheit Gottes. Wir sollen genau hinschauen, auf unser Herz hören, um unterscheiden zu können, wer Jesus oder nur sich selbst predigt. Auch im äußeren Chaos sollen wir wissen, dass wir auf die Gottverbundenheit Jesu setzen und vertrauen können. Man kann vertrauen: Gott ist in Jesus Christus Mensch geworden, er begleitet uns, er verlässt uns nicht, daran glauben wir. Eine Botschaft für das Ende, vor allem aber für die Gegenwart. Glaube ist keine Vertröstung für ein Jenseits, sondern eine Lebenseinstellung für hier und heute.

Untergangsszenarien erleben wir manchmal auch persönlich: Pläne lösen sich in Luft auf, Beziehungen scheitern, Versprechen brechen, Freundschaften gehen auseinander. Wenn meine persönliche Welt aus den Fugen gerät, dann sagt Jesus: „Lass dich nicht erschrecken!“ Er kann der Boden unter den Füßen sein, wenn ich fast versinke. Er kann Halt im Leben geben, wenn ich nicht mehr weiß wohin. Diese Zuwendung ist da, ohne sie sich verdienen zu müssen, weil Gott in Jesus sein unaufgebbares Ja gesagt hat: „Du bist mein geliebtes Kind! Ich bin und bleibe bei dir. Ich will, dass du am Ende gewinnst – dein Leben für dich.“ Das ist, was am Ende bleibt.