Weihnachten fürs Jahr. über die Liebe zu Weihnachten für das ganze Jahr

Von Alt-Abt Burkhard Ellegast. Erstellt am 14. Januar 2020 (02:07)

Wir haben Weihnachten gefeiert, das Fest der Geburt unseres Herrn Jesus Christus. Gott hat uns durch die Geburt seines Sohnes seine Nähe und seine Liebe offenbart. Diese Liebe zeigt uns, dass auch wir einander lieben sollen. Das Gebot der Nächstenliebe ist für Christus genauso wichtig wie das Gebot der Gottesliebe. Wenn wir daran denken, wie er uns seine Liebe zeigt, sind auch wir zu dieser Liebe aufgerufen.

Es hat sich bei uns der Brauch herausgebildet, dass wir zu Weihnachten den Menschen, die wir lieben, mit denen wir zu tun haben, Geschenke geben. Diese Geschenke sind ein Ausdruck unserer Liebe. Dabei laufen wir Gefahr, uns durch diese Geschenke loszukaufen von der Liebe, die sich doch in unserem Alltag zeigen müsste. Diese Liebe in unserem Alltag zu zeigen, ist gar nicht so einfach.

Wir leben zusammen mit Menschen, dieses Miteinander läuft oft ganz gewöhnlich ab. Man lebt mitsammen, spricht miteinander, arbeitet miteinander. Das geschieht meist ohne große Überlegung. Man denkt gar nicht daran, dass sich die Liebe auch in unserem Alltag zeigen müsste. Unsere Mitmenschen haben alle ihre Eigenart, wie wir übrigens auch. Diese Eigenarten können manchmal ganz schön auf die Nerven gehen, uns ärgern. Was ist es da mit unserer Liebe? Es gibt auch Menschen, mit denen wir zufällig zusammen kommen, mit denen wir an sich keine Kontakte haben. Plötzlich entstehen Situationen, in denen wir mit ihnen zu tun haben, ohne dass wir ein persönliches Bedürfnis nach Kontakt haben.

Das Gebot der Liebe würde aber auch da verlangen, dass wir ihnen in Liebe begegnen. Wir verstehen Weihnachten, wenn wir dieses Fest nützen, unsere Liebe zu zeigen. Wir müssen uns aber davor hüten zu meinen, dass damit unsere Liebe voll gezeigt wäre. Gerade im gewöhnlichen Alltag sollten wir sie sehen und erweisen, wenn alles oft so gewöhnlich abläuft, wenn uns manches am anderen stört, wenn wir mit Menschen zu tun haben, mit denen wir keinen näheren Kontakt haben. Nicht nur zu Weihnachten ist Liebe gefragt, sondern einfach in all unseren täglichen Begegnungen.