Wie wir mit Konflikten umgehen können. Weihbischof Stephan Turnovszky mit Tipps zur richtigen und guten Bewältigung von Konflikten.

Von Stephan Turnovszky. Erstellt am 15. September 2021 (04:37)

Kaum hat das neue Schuljahr begonnen, gehen auch die Scherereien wieder los: Es ist so mühsam mit den Kollegen, aber oft auch in der Familie, überhaupt mit den Kindern; ganz zu schweigen von den Nachbarn; und dann erst die Covid-Polarisierung in unserer Gesellschaft und die globalen Konfliktthemen wie Afghanistan! Und alles noch befeuert durch oft unbedachte Postings in sozialen Medien. Wie soll man das aushalten?

Wer glücklich leben will, soll nicht darauf warten, keine Konflikte zu haben – die wird es immer geben –, sondern danach streben, mit Konflikten gut umgehen zu können. Dazu gehört für mich:

  • Ich bemühe mich darum, keine Konflikte vom Zaun zu brechen oder um Deeskalation (Kühlung der Gemüter). Ich bemühe mich um Selbstbeherrschung und Höflichkeit, auch wenn es mir bereits schwerfällt.
  • Ich trachte danach, mich nicht auf das Niveau des anderen zu begeben, wenn es tiefer ist als mein eigenes. Ich zahle nicht „mit gleicher Münze“ zurück.
  • Ich versuche, mir selbst darüber klar zu werden, was mir im Kern wichtig an der Sache ist. Das ist mir nämlich oft gar nicht so ganz klar. Manchmal ärgere ich mich einfach über etwas. Es zahlt sich aus, in einer ruhigen Zeit (Gebetszeiten eignen sich dafür ausgezeichnet) nachzuspüren, was denn im Grunde der Aufreger ist. Es lohnt sich nachzuspüren, um welche meiner Bedürfnisse (wie Freiheit, Freundschaft, Gesundheit, Sicherheit oder Kreativität) ich mich ängstige (denn fast immer geht es um die Angst, zu kurz zu kommen).
  • Ich versuche nicht, gegen jemanden zu kämpfen, sondern setze mich für meine Bedürfnisse ein – und spreche diese auch aus.
  • Ich versuche, mich in die anderen Personen hineinzuversetzen, um zu ahnen, um welche Bedürfnisse es ihnen gehen könnte.
  • In schwierigen Fällen spreche ich mit einer unparteiischen und wohlmeinenden Person.
  • Ich bete um eine gute Lösung und bitte den Heiligen Geist um Unterstützung (Das dürfen und sollen gefirmte Menschen ganz bewusst tun, denn dazu ist die Firmung da!).
  • Ich bemühe mich, den Humor zu bewahren. Ich lache, auch über mich selbst.

Nicht, dass ich das alles kann, aber ich bemühe mich darum – und alleine das hilft mir. Ich wünsche Ihnen einen getrosten Umgang mit dem, was eben zum Leben gehört!