Zusammenhalt trotz Unterschieden. Bischof Alois Schwarz über die Wichtigkeit eines verantwortungsvollen Miteinanders und konstruktives Zueinanderstehen.

Von Bischof Alois Schwarz. Erstellt am 07. April 2021 (02:19)

In schweren Zeiten, in Zeiten der Not und Einsamkeit, sehnen wir Menschen uns nach einem Menschen, der uns im Herzen trägt, der zu uns hält. Was aber tun, wenn so jemand fehlt? Zusammenhalten und zueinanderstehen sind wesentliche Merkmale einer gelingenden Freundschaft.

Es sind aber auch wertvolle Haltungen in der Teamarbeit, beispielsweise im beruflichen Kontext. Die katholische Kirche begeht in diesen Tagen die sogenannte Osteroktav. Genau zweimal im Jahr, nämlich zu Ostern und zu Weihnachten, wird liturgisch das Fest eine ganze Woche lang gefeiert. Der Glaube daran und die Freude darüber, dass das Leben stärker ist als der Tod, soll die Menschen stärken und ihnen Halt geben.

Das Zusammenhalten, das Zueinanderstehen wird oft rückgebunden an ein gemeinsames Ziel, eine gemeinsame Sache, für die man einsteht. Immer wieder wird das Zusammenhalten GEGEN andere Menschen, Meinungen, Haltungen praktiziert. Dies führt dann nicht zu nachhaltigem Wachstum, sondern zu Spaltung und Feindseligkeit. Im konstruktiven Zusammenhalten zeigt sich ein MIT-einander, ein wertschätzender und respektvoller Umgang, bei dem die gute gemeinsame Sache im Vordergrund steht. Übernehmen wir füreinander Verantwortung, damit aus dem unverbindlichen Untereinander ein verantwortungsvolles Miteinander entstehen kann.

Gerade die Corona-Pandemie hat das Potenzial, ganze Familien zu spalten und durcheinanderzubringen. Lassen wir es nicht zu, dass diese gesundheitliche Herausforderung unserer Zeit eine solche Macht über uns besitzt. Wir alle dürfen unsere je eigene Meinung haben, ohne dafür ausgegrenzt, verurteilt, bewertet oder abgelehnt zu werden. Das Zusammenhalten unserer Zeit braucht einmal mehr eine Rückbindung an eine nachhaltige, gemeinsame und dem Leben dienende Sache. Der Glaube an das Leben, an die Lebendigkeit, der Glaube daran, dass sich alles zum Guten wenden wird, möge uns miteinander verbinden und uns Halt geben.