Irgendwo muss Schluss sein mit den Ausnahmen. Über die erneut entflammte Diskussion zum Thema Nichtraucherschutz.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 08. Oktober 2019 (01:46)

Das Rauchen ist die heilige Kuh der Österreicher. Diesen Eindruck könnte man gewinnen, sieht man sich die Never-ending-Story zum Thema Nichtraucherschutz in Österreich an. Da wurden (teure) bauliche Maßnahmen ermöglicht oder beschlossene Gesetze rückgängig gemacht, nur um sie Monate später erst recht zu beschließen. Und das alles, um keine klare Entscheidung fällen zu müssen.

Jetzt soll es nun in Kraft treten, das generelle Rauchverbot. Und schon gibt es wieder eine Institution, die nach Sonderregelungen ruft – die Wirtschaftskammer. Was von deren aktuellen Vorschlägen Sinn ergibt, ist den Lärm, den Raucher vor einem Lokal machen, nicht dem Lokal zuzurechnen. Denn wenn es im Lokal keine Möglichkeit zum Rauchen gibt, bleibt nur der Gang vor die Tür – und der liegt in der Verantwortung jeder einzelnen Person.

Auch Raucherräume ohne Service sind vorstellbar, solange das nicht wieder in bauliche Maßnahmen ausartet. Jetzt aber wieder Komplettausnahmen für Gastronomiebetriebe wie Ein-Personen-Lokale zu diskutieren, klingt nach einer weiteren typisch österreichischen Lösung. Die ist nicht im Sinne der über 880.000 Österreicherinnen und Österreicher, die das Don’t-smoke-Volksbegehren unterzeichnet haben. Und auch nicht im Sinne der Wirte, die endlich Klarheit verdient haben.