Ist es ernst gemeint mit dem Klimaschutz?. Über „die Wirtschaft“ als Totschlagargument gegen unangenehme Entscheidungen zugunsten der Umwelt.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 10. September 2019 (04:11)

Er scheint derzeit überall auf der Agenda zu stehen: Jedes Unternehmen, jede Regierung, jede Partei verschreibt sich dem Klimaschutz.

Und gleichzeitig dazu passiert genau Gegenteiliges: Während große Teile des Amazonas-Regenwaldes in Flammen stehen, verbietet sich Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro internationale Einmischung. US-Präsident Donald Trump überlegt, Alaskas Regenwälder abholzen zu lassen. Russlands Präsident Wladimir Putin hat im August die Waldbrände in Sibirien wochenlang ignoriert.

Und wir? Finden die großen Männer der internationalen Politik reichlich abgehoben und rückständig. Aber im Kleinen betrachtet müssen wir auch die eigenen Taten kritisch hinterfragen: Warum werden im Skigebiet Mönichkirchen 1,2 Hektar Wald einem Parkplatz geopfert, nur um Skitouristen ausreichend Stellplätze zu bieten, was nur wenige Tage im Jahr nötig ist?

Warum wird die Infrastruktur der Donauuferbahn im südlichen Waldviertel abgebaut, wo doch Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden soll? Die Argumente, warum derartiges passiert, sind immer der Wirtschaft geschuldet. Klar – aber daran wird sich nichts ändern. Fragt sich nur, an welchem Punkt uns die Umwelt einmal wirklich wichtiger sein wird als die Wirtschaft.