Jede Runde zählt. Über den absehbaren „Abpfiff“ für das Fußballunterhaus.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 23. September 2020 (05:47)

Wer sich in Kickerkreisen umhört, kommt um das Thema nicht herum. Wie lange wird noch gekickt? An ein reguläres Ende der Herbstmeisterschaft glaubt kaum jemand. Noch gehen rund neun von zehn angesetzten Spielen wie geplant über die Bühne. Dabei wird‘s nicht bleiben.

Mit den steigenden Infektionszahlen gehen auch die Quarantänefälle nach oben. Vor allem aber gerät der Sport ins Visier. Alles weiterlaufen zu lassen, wird schwieriger zu argumentieren, wenn die Regierung die Maßnahmenschraube in anderen Bereichen kräftig anzieht.

Fakt ist allerdings: Hallenevents im Breitensport finden aktuell vor praktisch leeren Rängen statt, bei den Fußballern wurde ohnehin schon nachgeschärft. Und die Mehrzahl der Klubs zieht mit, tüftelt an Sitzplatzkonzepten mit Sicherheitsabstand und versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Beim Kicken selbst wird das Risiko, sich SARS-CoV-2 einzufangen, weiter überschaubar bleiben. Brisanter ist die „dritte Halbzeit“ – wie alle anderen Bereiche, wo‘s feucht-fröhlich hergehen kann. Wurstigkeit und Panikmodus gibt’s da wie dort. Beim Fußball wird allerdings ganz besonders genau hingeschaut. Darauf muss sich die Szene einstellen.

Ein weiterer Aspekt kommt hinzu. Je mehr Auflagen es gibt, desto mehr Klubs werden sich sagen: „Das tu‘ ich mir nicht mehr an!“ Da reicht schon ein Blick in die Gemeinden, wo praktisch täglich neue Veranstaltungsabsagen eintrudeln. Insofern zählt jede Runde, die jetzt noch gespielt werden kann. Eine normale Saison kann man sich wohl abschminken. Die Hoffnung, zumindest die halbe Meisterschaft zu spielen und endlich wieder Titel zu vergeben, lebt.