Jetzt zurück auf den Verhandlungstisch. über die Protest-Aktion der Landwirte an der Grenze und die Lösung, die sich gemeinsam mit Politik und Holzindustrie finden lässt.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 23. Juli 2019 (02:45)

Erinnert sich noch jemand an den 17. Oktober 2013? Damals wurde in Fratres im Bezirk Waidhofen/Thaya der Grenzübergang blockiert. Der Anlass: die rasante Zunahme der Holz-Importe. Der Protest verhallte ungehört.

Fast sechs Jahre später mobilisierte nun der Bauernbund. Diesmal wurde die Grenze nicht blockiert, die Landwirte bremsten mit über 150 Traktoren aber den Schwerverkehr aus. Den Grund dafür lieferten abermals die Holz-Importe. Mittlerweile stammt jeder fünfte in Österreich verarbeitete Baum aus dem Ausland. Und das, obwohl genug heimisches Holz verfügbar wäre – dem Borkenkäfer sei „dank“. Dieses Holz bleibt derzeit aber liegen, weil sich zu wenige Abnehmer finden.

Mit der Aktion an der Grenze lenkten die Land- und Forstwirte den Blick auf ein Thema, das viele Bürger nicht auf dem Radar hatten. Entscheidend wird jetzt sein, dieses Thema zurück auf den Verhandlungstisch zu bringen. Die Herausforderung dabei ist, dass der Preis für die steigenden Holz-Importe verantwortlich ist – und nicht, dass die Holz-Industrie kein österreichisches Holz kaufen will. Es wird sich an der Situation also nichts ohne Förderungen oder Entschädigungszahlungen ändern. Anders gesagt: Auch die Politik wird am Verhandlungstisch Platz nehmen müssen.