Kein falscher Stolz. Über die Klubfunktionäre und ihre Scheu vor den Unterstützungsfonds.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 18. November 2020 (04:54)

Wer für einen Fußballverein rennt und brennt, gehört zu den Machern. Zu den Leuten, die etwas bewegen wollen, ohne auf „Almosen“ angewiesen zu sein. Also oftmals zu jenen, die sich nicht helfen lassen wollen. Selbst wenn das Wasser schon bis zur Unterlippe reicht. Das mag die Scheu vor dem NPO-Fonds erklären. G‘scheit ist diese Reaktion aber nicht.

„Wir wollen unseren Sport ausüben. Vor Fans und mit Kantineneinnahmen. “ Das hört man oft im Gespräch mit den Funktionären. Das wünschen wir uns alle, die wir dem Sport verbunden sind. Aber mehr als ein Wunsch ist der Ruf nach Business as usual im Fußball und anderswo momentan nicht.

Der Lockdown ist nunmal Fakt, Corona allgegenwärtig und die entsprechenden Maßnahmen ebenso – mit diesen Realitäten gilt‘s bestmöglich umzugehen. Um möglichst viele Klubs ohne finanzielles Leck durch die stürmischen Zeiten zu bringen. Dafür ist‘s notwendig, auch mal über den eigenen Schatten zu springen und sich dem ungeliebten Papierkram zu widmen. Weil es ohne Geldspritzen nicht funktionieren wird, sich die Kosten auch ohne laufenden Spielbetrieb nicht auf Null drücken lassen.

Wenn‘s die Möglichkeit gibt, Förderungen zu lukrieren, sind die Klubchefs in der Verantwortung, diese auch auszuschöpfen. Wenn‘s eine Sorge weniger gibt - bitte, gerne! Denn die Herausforderungen werden nicht weniger. Wie kann‘s gelingen, die Jugendlichen trotz Sportpause bei der Stange zu halten? Welche Einnahmequellen abseits von Zeltfesten können Klubs künftig nützen?

Um die Krise zu bewältigen, braucht‘s einen kühlen Kopf und entsprechende Strategien. Falscher Stolz gehört nicht dazu.