Keiner hat eingegriffen und gegengesteuert. Über Martin Sellner und seine Identitären. Der Student hatte die besten Voraussetzungen, nicht zu verrohen. Aber leider ...

Von Thomas Jorda. Erstellt am 09. April 2019 (02:31)

Überraschung, Überraschung! Jahrelang konnte man das Treiben von Martin Sellner beobachten, gleichsam der Albus Dumbledore der Identitären mit starkem Hang zu Lord Voldemort – und jetzt, nachdem eine Spende des so genannten Christchurch-Attentäters an ihn ruchbar wurde, können sich alle vor Entsetzen nicht einkriegen.

Was haben die Leute erwartet? Wer mit Hunden schlafen geht, steht mit Flöhen auf. So ist das und nicht anders.

Martin Sellner kommt aus einer überaus bürgerlichen Arztfamilie im überaus bürgerlichen Baden bei Wien, hat dort ein überaus bürgerliches Gymnasium besucht und Geschichtsunterricht bei überaus bürgerlichen, engagierten Professorinnen und Professoren genossen. Und was hat das genützt?

Er hat Hakenkreuze an die Synagoge gemalt, Flüchtlingshelfer im Mittelmeer gejagt und will, 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, unbedingt wieder eine Grenze um Österreich ziehen, auf das sich unser Volk nicht mit anderen vermische! Gar nicht lustig.

Da hat niemand rechtzeitig gegengesteuert, keiner frühzeitig eingegriffen. Zahn los unsere Gesetze, seltsam tatenlos die Politik.

Jetzt hat Bundeskanzler Sebastian Kurz die Identitären wenigstens „widerlich“ genannt. Da hätte er früher draufkommen können.