1G als Motivation oder Bestrafung?. Über die Verschärfung der Corona-Maßnahmen im Sport.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 08. September 2021 (05:16)

Der allgemeine Tenor ist deutlich: Im Sport rechnen viele damit, dass 1G kommt. Die Frage ist nur, wann sich die Pforten zu den Fußballplätzen, Sporthallen etc. nur noch Geimpften öffnen.

Und genau das ist der springende Punkt. Die Gefahr ist groß, dass die Vorlaufzeit einer solchen Verschärfung zu kurz sein wird, um größtmöglichen Nutzen für das Pandemie-Geschehen zu schaffen und die Kollateralschäden in der Sportlandschaft so gering wie möglich zu halten.

Rechnen wir nach: Sollte die Regierung heute verkünden, dass 1G kommt, dann könnten jene, die sich dadurch motivieren ließen, sich impfen zu lassen, frühestens binnen drei Wochen die 1G-Kriterien erfüllen. Schreckmoment und Organisation eines Impftermines mitbedacht wäre eine Vorlaufzeit von einem Monat das Mindeste. Sollte das Zeitfenster zwischen Verkünden und Inkrafttreten dieser Corona-Verschärfung kürzer sein, würde sie als Bestrafung und nicht als Anreiz, sich doch impfen zu lassen, bei den Menschen ankommen.

Nicht vergessen: Knapp 40 Prozent der Bevölkerung sind nicht geimpft. Es ist nicht anzunehmen, dass all diese Menschen militante Impfgegner sind. Den meisten davon fehlte bislang der entscheidende Grund, sich stechen zu lassen. Der Sport – aktiv und passiv – könnte einer sein, um die Impfquote zu steigern.

Was es braucht, ist eine Strategie und eine klare Kommunikation selbiger. Kommt 1G im Sport? Wenn ja, wann? Sagen! Jetzt!