Asylwerber sollen ihre Chance auf Arbeit haben. Anton Johann Fuchs über die Absicht der Sozialpartner, über die Beschäftigung von Asylwerbern nachzudenken. Es stimmt ja nicht, dass Asylwerber nicht arbeiten dürfen. Da hat Sozialminister Rudolf Hundstorfer schon Recht: Nach drei Monaten können sie als Saisonniers anfangen.

Von Anton Johann Fuchs. Erstellt am 20. Oktober 2014 (12:01)

Es stimmt ja nicht, dass Asylwerber nicht arbeiten dürfen. Da hat Sozialminister Rudolf Hundstorfer schon Recht: Nach drei Monaten können sie als Saisonniers anfangen.

Nur: Wo gibt es schon viele Saison-Jobs, noch dazu im ländlichen Raum, wo wir jetzt einen Großteil der Asylwerber unterbringen sollen, nachdem Traiskirchen wieder einmal übervoll ist? Die Unterbringung ist für die Bürgermeister so kurz vor der Gemeinderatswahl im Jänner politisch heikel, und viele tun es trotz des politischen Kleingeldes, das damit sofort gewechselt wird. Das ist mutig.

Diesen Mut darf man auch von einem Sozialminister erwarten, der jetzt über eine Arbeitserlaubnis mit den Sozialpartnern zumindest reden will. ÖGB-Präsident Erich Foglar hat dazu kürzlich die Tür aufgestoßen und damit dem Druck aus Teilen der Gewerkschaft und der Arbeiterkammer nachgegeben.

In Niederösterreich leben derzeit rund 5.300 Asylwerber, es werden wohl nur zehn Prozent von ihnen kurzfristig fit für den Arbeitsmarkt sein – eine überschaubare Zahl.

Es ist ja nicht so, dass sie dann frisch-fröhlich Österreichern den Job wegnehmen könnten. Da bleiben noch genug arbeitsrechtliche Hürden. Die Verlockung zur Schwarzarbeit wäre jedenfalls geringer, und sinnvoller als jahrelanges Herumsitzen wäre es auch.