Dauerschleife hilft nicht

Über die alte Sportdebatte bei den Kindern.

Wolfgang Wallner
Wolfgang Wallner Erstellt am 22. September 2021 | 04:50

„Wir bewegen uns zu wenig. Unsere Kinder mutieren immer mehr zu Sportmuffeln!“ Dieser Befund kehrt ebenso verlässlich in jeder Sportdebatte wieder wie das Lob fürs Ehrenamt. Ebenso verlässlich sind die Schlussfolgerungen aus dieser Feststellung: Es gibt sie kaum.

So richtig und wichtig es ist, dass nun im Rahmen des Sport- und Wirtschaftsgipfels in Gra- fenegg über die Bewegungsarmut unserer Kids gesprochen wird, so sehr kratzt die Debatte an der Oberfläche. Von einer „Bewegungskultur“, wie sie etwa Olympiasieger Felix Gottwald einmahnt, ist Österreich meilenweit entfernt.

Dass in der Pandemie der Turnunterricht und Schulveranstaltungen (wie etwa die Schülerligabewerbe) mit als erste dran glauben mussten, passt da gut ins unerfreuliche Bild. Die Dauerschleife der gut gemeinten Stehsätze hilft nicht weiter.

Da helfen nur bundesweit ausgerollte Projekte in den Schulen, eine bessere Vernetzung zwischen Sportvereinen und Bildungseinrichtungen, gezielte Förderungen für qualifizierte Jugendtrainer, niederschwelliges „Schnuppern“ schon für die Kleinsten, um die Lust auf Sport zu wecken, Projekte fürs gemeinsame Sporteln im eigenen Grätzel und vieles mehr. Einzelne Vorschläge gibt‘s zuhauf. Was offenbar fehlt, ist der politische Wille für einen „Masterplan“. Und vielfach das Bewusstsein bei den Eltern, die eigentlich Vorbilder für die Kleinen sein sollten.