Dem Neuen eine Chance geben. Über den neuen Boss für den ÖFB.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 15. September 2021 (04:52)

Eine Überraschung war‘s nicht, dass Gerhard Milletich bei der „Königswahl“ als Sieger hervorgegangen ist. Der Klosterneuburger Unternehmer Roland Schmid hatte letztlich keine Chance – dass die Landesverbandschefs einen aus ihren Reihen präferieren, liegt auf der Hand. Und so muss der Burgenländer als neuer Kapitän den schwerfälligen „Dampfer ÖFB“ in die Zukunft steuern. Erfahrung am Steuerrad hat er auf alle Fälle – und die hat auch für NÖFV-Boss Hans Gartner den Ausschlag gegeben, für Milletich zu stimmen.

Routine allein wird aber nicht reichen, um den Fußballbund fit für die nächsten Jahre zu machen. Der Präsident muss selbst kein Visionär sein. Aber er muss so viel Mut haben, Fachleute an Bord zu holen, auch wenn sie nicht immer pflegeleicht sind. So wie es Leo Windtner einst mit der Verpflichtung von Willi Ruttensteiner als Sportdirektor getan hat. „Business as usual“ in vertrauter Runde kann jedenfalls kein Zukunftskonzept sein. Denn wenn‘s im heimischen Fußball in den vergangenen Jahren einen Aufwärtstrend gegeben hat, dann liegt das primär am Klubfußball – und vor allem dem Zugpferd RB Salzburg. „Weiter so wie bisher“, kann auf Verbandsebene nicht das Motto für morgen sein.

Milletich wird sich dessen als alter Funktionärfuchs bewusst sein. Die Fußballcommunity soll dem Neuen eine Chance geben. Aber auch umgekehrt gilt: Der Neo-Boss muss sich auch trauen Neues zuzulassen.